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Handarbeit oder Motorkraft?

Saisongarten Handarbeit oder Motorkraft?

Die Größe des Gartens und seine Gestaltung ­entscheiden mit darüber, wann sich die Anschaffung motorisierter Helfer für Beet, Rasen und Hecke lohnt.

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Der Benzin-Rasenmäher mit Fangsack lohnt bei größeren Rasenflächen. Das abgemähte Gras muss nicht aufgeharkt werden und lässt sich gut zum Kompost tragen.

Quelle: Kai Remmers

Marburg. Die 1000 Quadratmeter große Rasenfläche lässt sich auch mit der Hand mähen, vor der Erfindung des Motor-Rasenmähers ging es gar nicht anders. Wer aber seinen Rasen nicht als Fitnessfläche begreift und den Spindelmäher mit sportlichen Ambitionen über die Gräser schiebt, wird sich einen motorisierten „Rasierer“ für das Grün zulegen.

Gemeinsame Anschaffung

Der Gartenfreund steht dann vor der Frage, ober der Motor mit Benzin oder elektrisch angetrieben werden soll. Die Benzinmäher sind in der Regel stärker motorisiert, was sich bemerkbar macht, wenn das Gras nach der Rückkehr aus dem Urlaub doch stärker gewachsen ist als gedacht. Allerdings machen die Benziner sehr viel mehr Lärm als ihre elektrischen Kollegen. Mit zunehmender Größe der Rasenfläche werden freilich auch die Leitungen, die den E-Mäher mit Strom versorgen, immer länger und damit wächst auch die Gefahr, dass im höheren Gras ein „unsichtbares“ Kabel unter die Messer des Mähers kommt.

Wer in seinem Garten nur eine kleinere Rasenfläche besitzt, aber noch einen gärtnernden Nachbarn mit einem Rasenstück hat, sollte überlegen, ob nicht eine gemeinsame Anschaffung möglich ist. Das setzt in der Folge allerdings voraus, dass alle Nutzer pfleglich mit dem Gerät umgehen. Auch sollte im Vorfeld geklärt werden, wie mit einem Schaden verfahren wird. Ein solcher Gemeinschaftskauf kann auch für andere Geräte wie einen Häcksler oder eine Heckenschere die Anschaffungskosten senken. Die Heckenschere etwa wird in der Regel nur einmal im Jahr genutzt und liegt ansonsten über 360 Tage nur herum.

Auf die Zuleitung achten

Bei der elektrischen Heckenschere ist das Risiko eines gekappten Kabels noch höher als beim Rasenmäher. Die Benzin-Scheren lohnen vor allem bei langen Hecken. Das von den Hecken anfallende Schnittgut eignet sich sehr gut zum Mischen mit dem Rasenschnitt, der so aufgelockert auf dem Komposthaufen keine Probleme macht. Dann sollten die abgeschnittenen Triebe, Zweige und dünnen Äste allerdings zuvor einmal durch den Häcksler wandern.

Bei denen unterscheidet man zwischen den Leisewalzenhäckslern und Messerhäckslern. Letztere zerkleinern das Schnittgut mit schnell rotierenden Messern, was mit einer gewissen Lautstärke verbunden ist, während die Walzenhäcksler die Äste mehr zerquetschen und dabei weniger Lärm verursachen.

Sind die Geräte regelmäßig im Einsatz, etwa weil zahlreiche Sträucher im Garten wachsen oder auch Bäume auf dem Grundstück stehen, werden vor allem die Messer stark beansprucht. Sie müssen deshalb zumindest jedes zweite Jahr geschärft werden. Wer handwerklich versiert ist und über das nötige Werkzeug verfügt, kann das selbst machen, einfacher ist es, diesen Service vom Fachhandel erledigen zu lassen. Das gilt im Übrigen auch für die Messer des Rasenmähers, wenn sie häufiger mit Steinen in Berührung gekommen sind.

Satzungen und Ruhezeiten

Eine Motorhacke, mit der sich das Gemüsebeet ohne Mühe umgraben lässt, lohnt sich nur, wenn größere Flächen damit bearbeitet werden sollen. Wem auch das Umgraben des kleinen Gemüsebeets zu beschwerlich ist, kann vor dem Gang zum Fachhändler einen Blick über den Gartenzaun werfen. Der Nachbarsjunge könnte sich über das aufgebesserte Taschengeld freuen und ist allemal günstiger als die Motorhacke.

Wie die übrigen Gartengeräte auch wollen alle motorisierten Helfer trocken gelagert werden. Wer das nicht im Keller anbieten kann, muss sich also einen Geräteschuppen zulegen.

Irritationen gibt es immer wieder auch darüber, wann oder genauer bis wann am Abend gemäht werden darf. Einige Kommunen haben dies über Satzungen geregelt. In den meisten Fällen aber existieren die sogenannten Ruhezeiten, etwa in der Mittagszeit, nur in der Vorstellung der Betroffenen. Kein Gartenbauunternehmen legt zwischen 12 und 15 Uhr die Geräte aus der Hand ... also muss sich auch kein Hobbygärtner dazu genötigt sehen.

Rücksichtnahme lohnt sich

Wenn ich aber weiß, dass im Nachbarhaus das fünf Monate alte Baby gegen 13 Uhr zum Schlafen gelegt wird, kann ich mit dem Mähen auch bis 16 Uhr warten und bis dahin noch ein paar verblühte Stauden zurückschneiden. Und wer partout nur am Samstagabend noch Zeit findet, um die Hecke zu schneiden, sollte sich einfach die Zeit nehmen, dies vorher bei den Nachbarn anzukündigen. Das verhindert Ärger und Streit, den wir mit dem Garten schließlich nicht haben wollen.

von Frank Rademacher

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