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Hamann-Preis geht an Professor Werner Busch

Auszeichnung Hamann-Preis geht an Professor Werner Busch

Zum vierten Mal seit 2009 wurde am Donnerstag der nach dem Kunstsammler und Historiker benannte Richard-Hamann-Preis für herausragende Leistungen auf dem Forschungsgebiet der Kunstgeschichte verliehen.

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Hamann-Preisträger Werner Busch (Zweiter von rechts) neben Preis-Stifter Peter Ahrens und Universitätspräsidentin Katharina Krause. Die Laudatio hielt Hubertus Kohle aus München.
Foto: Markus Farnung/Philipps-Universität

Quelle: Markus Farnung

Marburg. In diesem Jahr wurde der Berliner Professor Werner Busch mit dem Richard-Hamann-Preis ausgezeichnet. „Zwar sind weder meine Frau noch ich vom Fach, dafür haben wir aber mit den Jahren ein großes Interesse an Kunst und Kultur entwickelt und sind davon überzeugt, dass Marburg ohne seine Universität, ohne seine Museen und ohne die Kunstgeschichte sehr viel ärmer wäre“, sagte Peter Ahrens, der mit seiner Gattin Karin Ahrens den Preis vor sieben Jahren ins Leben gerufen hatte und diesen bis heute stiftet.

Universitätspräsidentin Professorin Katharina Krause bedankte sich beim Ehepaar Ahrens für die anhaltende Unterstützung und fügte hinzu: „Werner Busch hat mit seinem ‚Funkkolleg‘ die Kunstgeschichte auf eine ganz neue Art publik gemacht, darüber gab es seinerzeit auch sehr energische Debatten, doch seine große Bedeutung für das Fach steht außer Frage.“

Zu Krauses großer Freude waren besonders viele Gäste aus allen Fachbereichen zu der Verleihung gekommen, sodass die Aula der Alten Universität bestens gefüllt war. Dabei ist Busch insgesamt keineswegs dafür bekannt - so wie etwa der Namensgeber des Preises Richard Hamann - mit seinen Beiträgen die breite Masse anzusprechen, sondern gilt eher als anspruchsvoller Wissenschaftler, wie Laudator Professor Hubertus Kohle erläuterte.

„Neben der Hörfunkreihe Kunstkolleg ist Busch vor allem als Experte für die sogenannte Sattelzeit von 1750 bis 1850 bekannt und darüber hinaus für seinen großen Erfolg darin, Drittmittel zu generieren“, so Kohle. Im Anschluss an die Verleihung hielt der glückliche Preisträger einen Vortrag über das Gemälde „der Nachtmahr“ von Johann-Heinrich Füßli aus dem Jahr 1781, welches aller Wahrscheinlichkeit nach von Brocke Broothby in Auftrag gegeben wurde. Das Gemälde zeigt eine scheinbar ohnmächtige junge Frau, die durch einen Inkubus zu sexuellen Träumen hingerissen wird, während ihr ein gespenstisches Pferd (der Nachtmahr, von Mähre) dabei zusieht. „Mit diesem Bildnis erregte der Schweizer Füßli, welcher selbst als durchaus fetischbesessen bezeichnet werden darf, großes Aufsehen und löste unter seinen Kreisen durchaus einen kleinen Skandal aus. Möglicherweise war genau das auch Ursache für den großen Erfolg der erstellten Kupferstiche, denn die Erotik und das Thema der unzüchtigen jungen Frau und der allgegenwärtigen Lustgeister begeisterte die Menschen dieser Zeit offensichtlich.“

von Marcus Hergenhan

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