Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Hallenbad Wehrda bleibt in den Ferien leer

Öffnungszeiten Hallenbad Wehrda bleibt in den Ferien leer

Wenige Wochen vor der Verabschiedung des Doppelhaushalts 2015/2016 durch die Stadtverordnetenversammlung gibt es kaum noch Chancen für längere Öffnungszeiten im Hallenbad Wehrda.

Voriger Artikel
Mit Weiberfastnacht in die heiße Phase
Nächster Artikel
Schüler gehen dem Alltag auf die Spur

Gähnende Leere im Hallenbad Wehrda: Während der Schulferien soll das Bad für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen bleiben.

Quelle: Nadine Weigel

Wehrda. Der Magistrat wird in seinen Haushaltsentwurf kein zusätzliches Geld einstellen, um an Wochenenden mehr freies Schwimmen zu ermöglichen. Das teilte Bäderdezernentin Dr. Kerstin Weinbach auf Nachfrage der OP mit.

Seit mehr als einem Jahr bemüht sich eine Bürgerinitiative in Wehrda darum, die Zeiten für den öffentlichen Badebetrieb auszuweiten. Während der Schulferien ist das Bad derzeit komplett geschlossen, die Bürgerinitiative fordert, zumindest samstags und sonntags für den öffentlichen Badebetrieb zu öffnen. Auch der Ortsbeirat    unterstützt dieses Anliegen.

Es sind im Wesentlichen zwei Gründe, die den Magistrat zu seiner Haltung veranlassen: Zum einen sieht das Bäderkonzept vor, das Aquamar schwerpunktmäßig für den öffentlichen Badebetrieb zu nutzen, und das Bad in Wehrda, das 2011 aufwändig saniert wurde, Vereinen, Initiativen und Gruppen vorzubehalten. Die Öffentlichkeit hat dementsprechend bisher nur an Samstagen und Sonntagen außerhalb der Ferien vormittags Zutritt.

Gegen eine Ausweitung der Öffnungszeiten führt der Magistrat zudem finanzielle Gründe an. Längere Öffnungszeiten zögen mehr Personal und entsprechend mehr Ausgaben nach sich.
Zumindest an diesem Punkt  betritt die Stadt dünnes Eis:

Johannes Linn, Mitglied im Ortsbeirat Wehrda, rechnet in einem Schreiben an die hauptamtlichen Magistratsmitglieder vor, dass die Mehrkosten für die Stadt etwa 20 000 Euro betragen, wenn das Bad, wie von der Bürgerinitiative akzeptiert, in den Ferienwochenenden jeweils nur am Nachmittag öffnet.  Die Kalkulation der Verwaltung war von einem deutlich höheren Wert ausgegangen.  

Auch der Reha-Sport ist von der Schließung betroffen

„Für vergleichsweise geringe zusätzliche Kosten“ sei „ein erheblicher Gewinn für die BürgerInnen zu erzielen (...), denn Schwimmen ist ein vergleichsweise preiswerter Sport für Jung und Alt und erhält die Gesundheit“, schreibt Linn.
Betroffen von der Schließung in den Ferien ist auch der Reha-Sport. Linn berichtet, dass der Verein „Bewegungsförderung und Rehabilitation Kirchhain“ (Burki), der sieben Reha-Schwimmgruppen im Wehrdaer Bad betreut, weiter steigenden Bedarf an Reha-Zeiten sieht. Die Gruppen fallen derzeit während der Ferien aus.

Möglicherweise gibt es für die Reha-Gruppen einen Kompromiss: Weinbach sagte der OP, die Stadt versuche, die Möglichkeiten für Vereine während der Ferien „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten“ zu verbessern. Genaueres wollte sie erst nach Abschluss der Haushaltsberatungen sagen. Dass der Magistrat für eine Ausweitung der Öffnungszeiten für freies Schwimmen eintreten werde, schloss sie aber aus.

Gabriele Borgemeister von der Bürgerinitiative setzt nun auf Änderungsanträge der Fraktionen für den Doppelhaushalt 2015/2016. Der gegenwärtige Zustand sei kaum nachzuvollziehen und „unerträglich“. „Gesundheitsförderung und Steigerung der Schwimmsicherheit für Jung und Alt sind doch anerkannte Ziele“, sagte Borgemeister.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr