Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Haftbefehl: Verdacht auf Totschlag

Student in Oberstadt erstochen Haftbefehl: Verdacht auf Totschlag

Der tödliche Angriff auf einen 20-jährigen Studenten in der Marburger Oberstadt hält die Ermittlungsbehörden in Atem. Jetzt wurde Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Verdacht: Totschlag.

Voriger Artikel
Mit der Pistole in den Zug
Nächster Artikel
Rekordernte bringt zu wenig Erlös

Mit dieser Stange, die Teil eines Verkehrsschildes war, soll sich das 20-jährige Opfer gewehrt haben.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Mehr als 24 Stunden sind nach der Bluttat am Schuhmarkt vergangen und gegen den mutmaßlichen Täter wurde gestern vom Haftrichter wegen des dringenden Verdachts des Totschlags ein Haftbefehl erlassen. Nachdem alle an dem Streit mit tödlichem Ausgang Beteiligten verhört wurden, stellt sich die Sachlage im Fall des am Sonntag getöteten 20-jährigen Studenten für Polizei und Staatsanwaltschaft klarer dar als noch am Sonntag, erläuterte Annemarie Petri, Pressesprecherin der Marburger Staatsanwaltschaft, der OP gestern.

Streit unter Studenten

Demnach gab es bereits vor dem an der Ecke Schuhmarkt/Reitgasse ausgetragenen Streit eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen in einem Lokal. Dieser Streit eskalierte dann kurz vor 6 Uhr am Sonntagmorgen in einer handfesten Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen von zehn Beteiligten, darunter vorwiegend Studenten. Alle Beteiligten sollen erheblich alkoholisiert gewesen sein. Möglicherweise wurden bei dem Streit auch andere Beteiligte noch leicht verletzt.

Der Tatverdächtige, der dem 20-Jährigen aufgrund des Obduktionsergebnisses mit einem einzigen Messerstich ins Herz die tödlichen Stichverletzung zugeführt haben soll, ist ein 26-jähriger Student. Er hatte sich am Sonntag wenige Stunden nach der Tat in Begleitung eines Rechtsanwalts der Polizei gestellt. Wieso der Streit in der Marburger Oberstadt eskalierte und welches Motiv es dafür gab, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Nach Informationen der OP spielten möglicherweise Rangeleien um ein Einstecktuch - eine Art Taschentuch - am Anzug des mutmaßlichen Täters eine mitentscheidende Rolle.

Wie sich genau die tätliche Auseinandersetzung abgespielt hat, ist auch noch nicht völlig klar.

Fest steht jedoch nach Auskunft von Annemarie Petri, dass dabei ein mobiles Verkehrsschild demontiert wurde, das am Schuhmarkt stand. Ein Teil dieses Schildes, ein Eisenstab, soll dem späteren Opfer als Waffe in dem Kampf gedient haben, ob nun zur Verteidigung oder zum Angriff.

Die Tatwaffe, ein Messer, wurde bisher noch nicht gefunden. Auch ein „geführter Ausgang“, bei dem Polizisten den mutmaßlichen Täter gestern auf der Suche nach dem Messer begleiteten, führte nach Angaben von Petri nicht zum Erfolg.

von Manfred Hitzeroth

Fühlen Sie sich beim Ausgehen in Marburg sicher?

Cristina Czerminski

Cristina Czerminski (26), Studentin: „Eigentlich habe ich mich nachts nie unwohl gefühlt in der Stadt. In letzter Zeit ist mir aber doch mulmig geworden, wenn ich nach Hause 
gehe. Es sind schon seltsame Gestalten unterwegs mittler
weile.“

Georg Schmitt (38), Angestellter: „Mir ist in Marburg nie etwas passiert. Seit drei, vier Jahren feiere ich aber nur noch im privaten Rahmen, von daher kann ich die Entwicklung nicht wirklich beurteilen. Man hört aber viel, was in manchen Lokalen und Ecken passieren soll.“

Maria Schott

Maria Schott (19), Studentin: „Für den Nachhauseweg bestelle ich mir immer ein Taxi, nachts sind so viele Betrunkene unterwegs, das ist mir gerade als Frau zu gefährlich. Die Hemmschwelle für Gewalt sinkt leider auch in einer Kleinstadt wie Marburg.“

Jason König

Jason König (25), Student: „Ich fühle mich sicher. Passieren kann immer und überall was, man muss aber nicht so tun, als ob es in Marburg abgeht wie in einer Großstadt. Wo Menschen aufeinandertreffen, gibt es immer auch mal Probleme. Zu viel Alkohol tut sein Übriges.“

Bastian Clemens

Bastian Clemens (28), Doktorand: „Angst habe ich, dass wohl jeder Halbstarke jetzt ein Messer mit sich herumträgt und man mit dem Schlimmsten rechnen muss. Gerade deshalb würde ich mich nicht bis morgens betrinken und Streits mit irgendwelchen Irren riskieren.“

Umfrage: Björn Wisker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Student in der Oberstadt erstochen

Zu dem Tötungsdelikt, das sich am Sonntagmorgen, 5.45 Uhr in der Marburger Oberstadt ereignet hat, gibt es neue Erkenntnisse.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr