Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Häufiger Schlägereien unter Alkohol

Amtsgericht Häufiger Schlägereien unter Alkohol

Für das Marburger Amtsgericht war das Jahr 2010 kein einfaches: Bei einem starken Personalwechsel musste in den Bereichen des Straf- und Familienrechts ein erheblicher Anstieg der Verfahren bewältigt werden.

Voriger Artikel
Neue Notaufnahme öffnet ihre Pforten
Nächster Artikel
Ideenwettbewerb zum Rudolphsplatz kann beginnen

Familienrichterin Marité Dilling-Friedel, Geschäftsleiter Paul Drusel, Ausbildungsleiterin Martina Müller, der stellvertretende Direktor Dr. Wolfgang Berensmann und Direktor Cai Boesken (von links) bilanzierten über das Jahr 2010 am Amtsgericht Marburg.

Quelle: Anna Ferdinand

Marburg. Das Marburger Amtsgericht hat für das vergangene Jahr Bilanz gezogen: Besonders im Bereich des Strafrechts und am Familiengericht gab es in 2010 für die Richter mehr zu tun. „Genaue Zahlen liegen uns im Moment noch nicht vor, aber bei den Straftaten mit Körperverletzung konnten wir hier am Amtsgericht Marburg einen deutlichen Anstieg beobachten“, so der Direktor des Amtsgerichts Cai Boesken. Er schätzt einen Anstieg von rund 30 Prozent im Vergleich zu 2009.

Als Richter am Strafgericht weiß Boesken, dass immer häufiger in Gruppen und unter Alkoholeinfluss zugeschlagen wird – mit nicht unerheblichen Verletzungen bei den Opfern. Ein Brennpunkt in Marburg bleibt dabei die Gegend rund um das Cineplex und das Erlenringcenter.

Das Familiengericht war in 2010 am stärksten belastet. Knapp 500 Verfahren mussten die drei Richter am Familiengericht stemmen. Die Familienrichter hatten sich zum Beispiel vermehrt mit Scheidungsangelegenheiten und Gefährdungen des Kindeswohles zu beschäftigen.

„2010 war kein einfaches Jahr für uns“, so der Direktor. Dennoch steht das Marburger Amtsgericht, was die Dauer der Verfahren angeht, hessenweit an der Spitze. Für Jugendstrafverfahren benötigen die Gerichte in Hessen im Schnitt fünf Monate, in Marburg dauern sie nur drei. „Für die Entwicklung der Jugendlichen ist es wichtig, dass möglichst schnell nach der Tat die Verhandlung folgt“, so Boesken.

Das Amtsgericht ist darüber hinaus auch für die Bearbeitung von Insolvenzen und Vereinseintragungen zuständig. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Unternehmensinsolvenzen um 8,2 Prozent. Noch gravierender ist der Trend aber im privaten Bereich: 14,6 Prozent mehr Verbraucher mussten sich bei Gericht insolvent melden.

von Anna Ferdinand

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag in der gedruckten OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr