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Häkel-Fans stricken den Kirchhof bunt

Belebung durch Kunst Häkel-Fans stricken den Kirchhof bunt

Mützen für die Poller und Laternen im Schlauchkleid: Rund um die Lutherische Pfarrkirche ist Strick derzeit schwer in Mode. Hintergrund der Aktion: Der autofreie Kirchhof soll belebt werden.

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Stricken und Häkeln für den Lutherischen Kirchhof: Fleißige Freiwillige unterstützen Ideengeberin Christina Gerdes (stehend, zweite von rechts) beim Vorhabe „bestrickte Bäume“. Der Poller an der Bank trägt schon eine Froschmütze, der Laternenpfosten im Hintergrund ein Strickkleid.

Quelle: Nadja Schwarzwäller

Marburg . Egal, ob es eine Brücke in Pittsburgh ist, eine Baumreihe in New York oder die Statue von Johann Nestroy in Wien – alles mögliche ist weltweit bereits „bestrickt“ worden. „Guerilla knitting“ (also Guerilla-Stricken) ist eine von mehreren gängigen Bezeichnungen für diese Idee, die aus den USA stammt. In Marburg wird sie derzeit – ganz legal und mit allen zuständigen Ämtern abgestimmt – auf dem Lutherischen Kirchhof umgesetzt. Der ist seit Ende letzten Jahres autofrei und wird am 25. Mai unter dem Motto „Alles neu macht der Mai“ ein großes Frühlingsfest beherbergen. Dafür wird jetzt schon fleißig gestrickt und gehäkelt.
Die Kunstaktion „bestrickte Bäume“ ist einer der Programmpunkte, die sich die Organisatoren von der Familienbildungsstätte (fbs), des Mehrgenerationenhauses und der Lutherischen Pfarrkirche für das Fest ausgedacht haben.

"Märchenhafte Wolle statt eintöniges Blech"

Christina Gerdes von der fbs war über das Fernsehen und das Internet auf die Bilder von verschiedenen Strickaktionen weltweit gestoßen und begeistert von dem Plan, so etwas auch in Marburg umzusetzen. Sowohl Poller, Laternen und Geländer wie auch Bäume auf dem Gelände des Kirchhofs sollen ein neues „Gewand“ auf Zeit bekommen. „Märchenhafte Wolle statt eintönigem Blech“, lautet die Parole. Jeder Besucher kann seine gehäkelten oder gestrickten Werke zum Fest mitbringen  – die Vorgabe sind Stücke von etwa 25 mal 25 Zentimetern – oder man kann bereits im Vorfeld kreativ tätig werden.
Im Rahmen des sonntäglichen Familiencafés im Mehrgenerationenhaus finden noch zwei spezielle Strick-Treffs statt (nämlich am 13. April und am 4. Mai), bei denen sich Strick- und Häkelfans bei einer Tasse Kaffee oder Tee und einem Stück Kuchen treffen und gemeinsam werkeln können. Für die vielen Freiwilligen, die auch zwischendurch die Strick- und Häkelnadeln klappern lassen, werden gern Wollspenden entgegengenommen.

Gesamtkunstwerk soll zum Frühlingsfest fertig sein

In einem großen Korb haben sich schon allerlei Knäuel angesammelt und der Stapel der bereits fertigen Karrees wächst stetig. Auch am vergangenen Sonntag saßen mehrere „Strickliesels“ im Familiencafé zusammen. Draußen vor dem Mehrgenerationenhaus sind indes die ersten Hingucker schon zu bewundern: Ein Poller hat eine grüne Froschmütze auf (die schon mehrfach die Augen abgerissen bekam, wie die Organisatoren berichten) und der Laternenpfosten dahinter ein kunterbuntes „Kleid“ an. Um ein Geländer rankt sich ein Strickschal und diverse weitere Mützen ziehen neugierige Blicke auf sich.
Zum Frühlingsfest am
25. Mai sollen dann möglichst viele Strick- und Häkelquadrate „zu einem kreativen, bunten Miteinander“ verbunden werden und den Bereich verschönern. Und über die Kunstaktion hinaus gibt es natürlich noch sämtliche Programmpunkte, die zu einem Frühlingsfest für die ganze Familie ebenfalls dazugehören: von einem Gottesdienst über ein Spielmobil bis hin zu Livemusik und natürlich dem Familiencafé.

  • Weitere Informationen gibt es unter Telefon 0 64 21 / 1 75 08 18 bei der Familienbildungsstätte.

von Nadja Schwarzwäller

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