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Gutenbergstraße erhält neues Gesicht

Altes Arbeitsgericht Gutenbergstraße erhält neues Gesicht

Die Universität will in der Gutenbergstraße ein Studentenwohnheim bauen. Die Baugenehmigung dürfe spätestens im Oktober vorliegen.

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So könnte die Gutenbergstraße nach dem Bau des Studentenwohnheims aussehen. Die Skizze zeigt die Gutenbergstraße aus Richtung Liebigstraße.

Quelle: Skizze: Stadt Marburg/ Architekturbüro Heid

Marburg. Der Bau- und Planungsausschuss befasst sich in seiner Sitzung am morgigen Donnerstag (18 Uhr im Sitzungssaal des Bauamts, Barfüßerstraße 11) unter anderem mit den Plänen der Universität, auf dem Areal des früheren Arbeitsgerichts ein Wohnheim mit 60 Plätzen für Studierende zu errichten.

Der Magistrat hatte bereits vor den Sommerferien grundsätzlich sein Einverständnis für eine Baugenehmigung erklärt. Die Baugenehmigung soll nun in wenigen Wochen endgültig vorliegen, erklärte gestern Baudezernent und Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Zunächst müssten noch mögliche Widersprüche abgewartet werden.

Wie Kahle weiter erklärte, haben auch der Gestaltungsbeirat und der Denkmalschutzbeirat dem Bauvorhaben im Wesentlichen zugestimmt: Der Gestaltungsbeirat bewertete die Planung für den ersten Bauabschnitt positiv, der Denkmalschutzbeirat forderte lediglich einen größeren Abstand zur Grundstücksgrenze, die Verwendung von Holzfenstern und ein geneigtes Dach.

Studenten- und Sozialwohnungen werden nicht durchmischt

Damit findet auch eine längere kommunalpolitische Grundsatzdebatte ihr vorläufiges Ende, die nach der Schließung des Marburger Arbeitsgerichts Anfang 2012 begonnen hatte: Angesichts der Pläne der Wohnungsbaugesellschaft GWH zum Bau von 300 Sozialwohnungen unter anderem am Richtsberg war die Frage aufgeworfen worden, ob im Interesse der sozialen Durchmischung von Wohngebieten nicht lieber Sozialwohnungen in der Gutenbergstraße und Studentenwohnungen am Richtsberg entstehen sollten. Der Magistrat und die Koalition hatten dies stets abgelehnt. Unter anderem beim Runden Tisch für preiswerten Wohnraum war dies kritisiert worden.

Die Pläne sehen vor, dass auf dem Gelände des früheren Arbeitsgerichts ein zweiteiliges, vierstöckiges Gebäude entsteht, das etwa 30 Meter tief in das Grundstück hineingebaut wird. Die Brachfläche auf der gegenüberliegenden Straßenseite, die heute als Parkplatz genutzt wird, soll nach den Plänen des Frankfurter Architekturbüros Heide ebenfalls bebaut werden. Gemeinsam mit dem Psychologischen Institut könnten die drei Gebäude ein „Eingangsportal“ zur Gutenbergstraße bilden, das der Bedeutung dieses Stadtraums gerecht würde, schreiben die Architekten.

Das Architekturbüro Heide hatte 2013 im Auftrag der Stadt, der Philipps-Universität und des Studentenwerks eine Machbarkeitsstudie für die Bebauung des Areals erstellt. Das Büro hatte unter anderem den Architektenwettbewerb für die Umgestaltung des Rudolphsplatzes gewonnen und war als Juror für den Wettbewerb zur Gestaltung des Geländes der neuen Zentralbibliothek tätig - „sie kennen die Marburger Verhältnisse“, sagt Kahle.

Wohnformen für Alleinerziehende gefordert

Dem Ausschuss liegt auch ein Antrag des Magistrats vor, nach dem alternative kooperative Wohnformen im sozialen Wohnungsbau besonders gefördert werden sollen.

Der Initiatorin Christa Winter vom Referat für die Gleichberechtigung von Frau und Mann geht es darum, die Erfahrungen des Wohnprojekts „Kooperierendes Wohnen alleinerziehender Frauen“ in Weidenhausen-Süd aus den 90er-Jahren aufzugreifen. Es habe gezeigt, dass die Alleinerziehenden durch gegenseitige Unterstützung leichter einer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten. Der Bedarf sei hoch angesichts von mehr als 2700 Ein-Eltern-Familien im Jahr 2011.

von Till Conrad

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