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Guten Tag auf Japanisch

Drachenboot-Rennen Guten Tag auf Japanisch

Welche Kreisverwaltung paddelt am besten? Beim ersten Drachenboot-­Rennen für hessische Landkreise traten zwei Mannschaften der heimischen Verwaltung gegen Teams aus sieben anderen Landkreisen an.

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Tempo für den Sieg: Die Paddler des Landkreises Marburg-Biedenkopf, unter ihnen Landrätin Kirsten Fründt (Mitte), gaben alles, um die Kontrahenten des Landkreises Gießen (Hintergrund) abzuhängen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Organisiert wurde die Veranstaltung an und auf der Lahn vom Landkreis Marburg-Biedenkopf - er hatte erstmals hessenweit eingeladen, um auf eigene Kosten einen sportlichen Wettkampf von Kreisbehörden zu ermöglichen. Zur Förderung des Teamgeists, zum gegenseitigen Kennenlernen und vor allem, um die Mitarbeiter zu motivieren. Kostenpunkt: 9000 Euro - der Personalausfall im Kreishaus nicht eingerechnet.

Inklusive Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow (CDU) waren rund 40 Mitarbeiter der Kreisverwaltung am Start. Die Mannschaften der anderen Behörden traten teils mit und teils ohne ihr Spitzenpersonal an. Marian Zachow war guter Dinge, dass Marburg-Biedenkopf gewinnen könne. „Unsere Mannschaft sieht sportlich aus, mich mal ausgenommen. Aber dabei sein ist schließlich alles“, stellte er lachend klar und freute sich aufs bevorstehende Rennen.

Für die Mannschaften waren jeweils zwei Läufe vorgesehen, die in die Wertung einflossen. Um Teams auf den Rängen eins bis vier platzieren zu können, standen am Nachmittag nochmal zwei Finalrunden für die bis dahin vier schnellsten Mannschaften an. Die heimische Mannschaft mit Landrätin und Erstem Beigeordneten an Bord zeigte sich am Vormittag in Top-Form und hängte die Kontrahenten aus Gießen mit deren Landrätin Anita Schneider (SPD) lahnaufwärts ab. Vielleicht kein Wunder, sondern das Ergebnis von Übung. Fürs demnächst bevorstehende Drachenboot-Rennen beim Marburger Stadtfest trainieren die hiesigen Kreisverwaltungsmitarbeiter in drei Durchläufen während der Arbeitszeit und dürften dadurch auch für das Rennen am Freitag schon ein wenig in Form gewesen sein. Auch die Konkurrenz aus Gießen war vorbereitet. Die Mannschaft habe vier Mal trainiert, erzählte Paddlerin Charlotte Bairstow der OP: „Das haben wir privat organisiert, in der Freizeit natürlich.“

Hoch motiviert war Marcel Subtil, Leiter der Sportförderung beim Landkreis Offenbach, der mit 20 Kollegen zum Drachenboot-Rennen kam. „Vom Rudern auf dem Main sind wir Härteres gewohnt, das hier ist ja ein ganz anderes Gewässer, stromaufwärts ist das Paddeln kaum schwieriger als stromabwärts“, schätzte er den Schwierigkeitsgrad ein, den die Lahn zu bieten hat, und hoffte auf den Sieg für Offenbach. Am späten Nachmittag dann stand das Ergebnis fest: Sieger wurde die erste Mannschaft der Kreisverwaltung mit Fründt und Zachow an Bord, gefolgt von den Teams des Werra-Meißner-Kreises, Groß-Gerau und Gießen. „Es ging jeweils nur um Sekunden oder sogar Sekundenbruchteile“, würdigte Zachow die Leistung der Mannschaften.

Während die Kreismannschaften am Freitag paddelten, ging an Land die politische und gesellschaftliche Diskussion über Landrätin Fründts umstrittene Japan-Reise weiter (siehe auch untenstehenden Bericht). Die beiden Marburger FDPler Hanke Friedrich Bokelmann und Christoph Ditschler provozierten mit einem extra vorbereiteten Banner, dass sie von der Brücke der Mensa wehen ließen, während das Drachenboot mit Kirsten Fründt an Bord vorüberkam. „Konichiwa, Kirsten!“, also „Guten Tag“ auf Japanisch, war darauf zu lesen. „Wir wollen die Landrätin und ihr Team damit anfeuern, damit die Mannschaft unseres Landkreises das Rennen gewinnt“, erklärte Bokelmann, „schließlich kostet es den Steuerzahler einen Haufen Geld, da muss es sich auch lohnen“. Bokelmann führte aus, dass es mit den 9000 Euro Kosten für das Drachenboot-Ereignis nicht getan sei und rechnete vor, dass bei Freistellung für drei Trainings und für das Sportereignis bei einem angenommenen Durchschnitts-Stundenlohn der Kreismitarbeiter von rund 25 Euro noch Lohnkosten zwischen 10000 und 15000 Euro dazukämen.

von Carina Becker

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