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Gutachten ergibt: "Die Opfer haben Glück gehabt"

Bandidos-Prozess Gutachten ergibt: "Die Opfer haben Glück gehabt"

Die Stichverletzungen, die ein Bandidos-Mitglied (23) zwei Türstehern (30, 35) zugefügt hat, waren nicht lebensgefährlich.

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Im Desbarado-Türsteher-Prozess am Landgericht Marburg kam am Mittwochnachmittag bei der Beweisaufnahme zu neuen Erkenntnissen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Einige Wunden seien zwar tief, die Klinge nur knapp an Organen vorbei geschrammt, jedoch liege "in den beiden konkreten Fällen keine Lebensgefahr vor", sagte eine Gerichtsmedizinerin vor dem Landgericht Marburg während des zweiten Verhandlungstags am Mittwoch.

Bei dem Sicherheitsmann aus Weimar (35) hätte bei leicht veränderter Stichrichtung unter anderem der Darm, bei dem Gemündener (30) die Leber getroffen werden können. "Mit so einem Messer kann man ordentliche Verwüstungen im Körper anrichten, die Opfer haben Glück gehabt", sagt die Gießener Gutachterin (50). Widerlegt ist indes die Aussage das des zweifachen, tateinheitlichen versuchten Totschlags angeklagten Motorradklub-Mitglieds, wonach es sich bei seinen Messerstichen um "wildes umherfuchteln" gehandelt habe. "Bei der deutlichen Eindringtiefe in den Körper muss Energie im Spiel gewesen sein. Das Muster passt nicht zu ziellosem Herumwedeln", sagt sie.

Angeklagte "sehr lädiert"

Bewiesen ist nun auch, dass der Angeklagte - allerdings erst nach seinem ersten Messerstich in den 30-Jährigen - massiv misshandelt wurde. Die Gesichts-Verletzungen des Wirtschaftsstudenten seien "heftig" gewesen, "sehr lädiert" habe der Kopf ausgesehen. Das Muster lege starke Tritte, wohl mit Anlauf, sowie Faustschläge nah.

Eine bei der Polizei kurz nach dem Angriff gemachte Zeugenaussage eines Türstehers (30) aus Neustadt, der am Dienstag aus Angst vor Eigenbelastung nichts zum Hergang aussagte, belegt die Angeklagten-Version diesbezüglich. Demnach haben die zwei bei der Messerstecherei unverletzten Sicherheitsleute den Studenten am Boden liegend verprügelt. "Er war anders nicht zu kontrollieren", sagt der Neustädter. "Wie ein Verrückter stach er auch noch nach uns als wir ihn fixieren wollten. Dabei war er klar im Kopf, das war völlig krass. Plötzlich machte er auf liebes Kind und flehte, wir sollten ihn gehenlassen."

Am Mittwochnachmittag wird die Beweisaufnahme geschlossen, Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung halten ihre Plädoyers.

Ein Urteil wird für Mittwochabend erwartet.

Weitere Informationen folgen.

von Björn Wisker

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