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Gut versorgt rund um die Geburt

Gut versorgt rund um die Geburt

Werdende Eltern stoßen in Marburg-Biedenkopf auf vielfältige Angebote: Geburtsvorbereitung, Nachsorge, Beratung. Das im vergangenen Jahr gegründete „Netzwerk Geburt“ startet dazu eine Werbekampagne.

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Im „Netzwerk Geburt“ haben sich Hebammen, Ärzte und Berater zusammengeschlossen, um auf ihr umfassendes Angebot rund um die Geburt hinzuweisen.

Quelle: Andrea Warnecke

Marburg . „Was in Marburg alles vorhanden ist, das ist super“, sagt die Hebamme Melanie Trofimow vom Geburtshaus Marburg. „Wir wären schön blöd, wenn wir uns das aus der Hand nehmen ließen“, spielt sie auf die andauernde Problematik rund um die Haftpflichtversicherung der Hebammen an, für die es immer noch keine Lösung gibt. Dies bedroht den Berufsstand, „es gibt schon einen Mangel, weil Hebammen aufhören und keine neuen nachkommen“, sagt sie.

In Marburg-Biedenkopf wird den Hebammen von politischer Seite konkret geholfen – mit Geld: Der Landkreis und die Stadt Marburg geben Zuschüsse für außerklinische Geburten. Es handelt sich um 100 Euro für Geburtshäuser und 200 Euro für Hausgeburten. Die Auszahlung erfolgt im Landkreis auf Antrag der Eltern an die Hebamme oder das Geburtshaus beim Gesundheitsamt.

In der Stadt Marburg können Hebamme oder Geburtshaus den Zuschuss selbst beim Gleichstellungsreferat beantragen. Eine Unterstützung, über die die Hebammen sehr froh sind, wie Trofimow bei einem Pressegespräch im Kreishaus betont. „Aber wir brauchen eine Lösung, und wir müssen weiterhin Druck machen“, sagt sie und wendet sich an Landrätin Kirsten Fründt und Marburgs Oberbürgermeister Vaupel: „Bitte geben Sie diesen Appell an die politischen Gremien weiter, damit das Thema im Bundestag wieder auf die Tagesordnung kommt.“

"Wir wollten gemeinsam etwas für die Familien im Landkreis tun"

Rund um die Haftpflichtproblematik kam das „Netzwerk Geburt“ im Landkreis im vergangen Jahr überhaupt erst zustande, blickt Landrätin Fründt zurück. „Wir wollten gemeinsam etwas für die Familien im Landkreis tun“, erklärt sie und sagt, es sei „ein großes Pfund“ für werdende Mütter und Väter, vor Ort noch eine Auswahl zu haben an Geburtskliniken, Geburtshäusern und frei tätigen Hebammen.

„Das ist nicht selbstverständlich, in vielen anderen Regionen gibt es das nicht in diesem Umfang“, ergänzt Oberbürgermeister Vaupel. Deshalb bauten Stadt und Landkreis gemeinsam mit allen, die in Marburg-Biedenkopf rund um das Thema Geburt tätig sind, das Netzwerk auf. Gynäkologen, Hebammen, Beratungstellen, Gesundheitsamt, Geburtshäuser und Geburtskliniken sind darin vertreten – und haben seit vergangenem Jahr September einmal im Monat getagt.

Ergebnis ist ein fachlicher Austausch, der alle weitergebracht habe. So schildert es Geburtshaus-Betreiberin und Hebamme Sabine Pfützner, die in Gisselberg „Das Marburger Storchennest“ unterhält: „Erstmals kommen alle Berufsgruppen, die mit Geburt zu tun haben, an einen Tisch – diese gemeinsame Arbeit wird sich auszahlen.“

Ärztin Andrea Schroer, die beim Gesundheitsamt Marburg-Biedenkopf den Fachdienst Prävention und Beratung leitet, hebt ebenfalls die Wichtigkeit des Austauschs im Netzwerk hervor. „Oft fließen auch Einzelfallbesprechungen mit ein – davon profitieren die Eltern, die wir begleiten, enorm.“

Homepage bietet Nutzern Überblick der Angebote in Marburg-Biedenkopf

Konkrete Ergebnisse aus diesem Dialog im „Netzwerk Geburt“ stellten die Akteure gemeinsam mit der Landrätin und dem Oberbürgermeister am Donnerstag im Kreishaus vor. So ist neuerdings der Internetauftritt www.netzwerk-geburt-marburg.de online und bietet allen Nutzern einen Überblick der Angebote in Marburg-Biedenkopf. Adressen und Ansprechpartner sind aufgeführt, Hebammen, Geburtshäuser, Ärzte, Kliniken und Beratungsstellen lassen sich dort schnell und unkompliziert finden – kurz: eine gute Werbung für Marburg-Biedenkopf als Ort zum Kinderkriegen.

Zusätzlich zur Homepage gibt es eine kleine Broschüre, in der sich das „Netzwerk Geburt“ mit seinen Angeboten darstellt. Am Donnerstag war der Handzettel quasi noch druckfrisch – er wird nun nach und nach in Beratungsstellen und bei Ärzten, Kliniken sowie Hebammen ausgelegt. Landkreis und Stadt finanzieren die Arbeit des Netzwerks.

In den Aufbau der Internetseite durch eine Fachfirma und in den Druck der Broschüre flossen mehr als 5000 Euro. 2000 davon übernahm die Sparkassen-Stiftung Marburg-Biedenkopf.

von Carina Becker

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