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Grundschullehrer fordern gleichen Lohn

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Grundschullehrer fordern gleichen Lohn

Rund 25 Lehrerinnen und Lehrer versammelten sich am Freitagnachmittag vor dem Schulamt. Sie fordern die gleiche Bezahlung wie die Kollegen anderer Schulzweige.

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GEW-Sprecher Hartmut Möller (rechts) und seine Kollegen protestierten mit Plakaten und Fahnen vor dem Staatlichen Schulamt. ­Ihre Forderung: A-13-Gehalt auch für Grundschullehrer.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ein paar Kollegen mehr hätte er schon erwartet, gab Hartmut Möller vom Kreisvorstand der Gewerkschaft ­Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu. Immerhin waren alle Schulen des Kreises aufgerufen, an der Aktion vor dem Staatlichen Schulamt in Marburg teilzunehmen.

Dort forderte er am Freitag vor seinen Kollegen und der Frauenbeauftragten des Schulamts die „gleiche Bezahlung aller Lehrkräfte auf der Grundlage von A 13“. Derzeit werden Grundschullehrer nach A 12 bezahlt. „Ist die Arbeit von Grundschullehrern weniger wertvoll als die der Lehrkräfte anderer Schulzweige?“, fragte Möller. „Bezahlt wird sie auf jeden Fall deutlich schlechter, und eine höhere Unterrichtsverpflichtung haben sie auch.“

Niedrige Bezahlung als Abwertung der Pädagogik

Die aktuellen Unterschiede seien frauenfeindlich, denn der Frauenanteil in den Grundschulkollegien sei am höchsten im Vergleich zu allen anderen Lehrämtern. Zudem bedeute die niedrigere Bezahlung eine Abwertung der Pädagogik gegenüber allen anderen Wissenschaften, da Pädagogik in der Ausbildung und Arbeit der Grundschullehrkräfte einen hohen Anteil einnehme. Die unterschiedliche Bezahlung „machen das Alter der Kinder zum Maßstab der Bezahlung, statt die Belastung und Qualifikation in den Mittelpunkt zu stellen, die der Beruf erfordert“, so Möller.

Würden die Grundschulkollegen endlich nach A 13 besoldet, hätten sie bereits am 12. November das gesamt Jahresgehalt einer A-12-Stelle und nicht erst am Jahresende. „Deshalb erklären wir den 13. November zum ersten Tag der unbezahlten Arbeit an Grundschulen“, sagte Möller. Er machte klar, dass die GEW nicht eher Ruhe gebe, bis sie die Forderungen durchgesetzt habe. „Schon der Schulzahnarzt erklärt den Kindern: Wenn man nicht auf die Tube drückt, kommt auch nichts raus“, so der Gewerkschaftler. Der Frauenbeauftragten des Schulamtes Heidrun Otte-Heiderich übergab er einen Brief zur Weiterleitung an das Kultusministerium. „Ich bin Bedienstete des Schulamtes und nicht der verlängerte Arm des Kultusministeriums“, machte sie klar und bezog klar Stellung für die Forderungen der Grundschullehrer.

Hausaufgabe an die Lehrer-Kollegen

Einen weiteren Brief des GEW-Vorsitzenden Hessen, Jochen Nagel, warf Hartmut Möller in den Briefkasten des Amts. Der war nämlich an die Leitung gerichtet, „und die gibt es zurzeit nicht“, sagte Möller mit Blick auf die Pensionierung von Schulamtsleiter Bernhard Drude im Oktober. Auch der berechtigte Vertreter war am Freitag nicht im Haus. Seinen Lehrer-Kollegen gab Hartmut Möller noch eine Hausaufgabe auf. Sie sollten auf ihre Plakate mit der Aufschrift „A 13 für alle“ bis Montag ihre Gründe schreiben, warum die Forderung berechtigt ist und dann in ihren Schule aushängen.

von Heike Horst

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