Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Grünes Licht für 112 Sozialwohnungen

GWH baut mit Fördermitteln Grünes Licht für 112 Sozialwohnungen

Es kann losgehen: Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch übergab gestern offiziell die Zusage über 6,3 Millionen Euro für den Bau von 112 Sozialwohnungen.

Voriger Artikel
"Wir sind zäh und ausdauernd"
Nächster Artikel
Handy ersetzt bald das Kleingeld

Stefan Burger von der GWH zeigt, wo die Sozialwohnungen
gebaut werden sollen (oberes Bild). Wirtschaftsminister Florian Rentsch (unteres Bild, von links), GWH-Geschäftsführer Bernhard Braun und Marburgs OB Egon Vaupel bei der offiziellen
Zusage von 6,3 Millionen Euro Fördermittel durch das Land.
Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Marburg. Die Wohnungen sollen an vier verschiedenen Quartieren in Marburgs Innenstadt entstehen: 24 Wohnungen sollen auf dem Parkdeck Am Rain im Waldtal gebaut werden, 30 im Karlsbader Weg (oberer Richtsberg), 30 auf einem ungenutzten Parkplatz im Damaschkeweg (unterer Richtsberg) und 28 im Rostocker Weg (mittlerer Richtsberg). Diese Pläne stellte Stefan Bürger von der Wohnungsbaugesellschaft GWH vor. Sie sollen heute auch im Bauausschuss öffentlich gemacht werden. Im September werden sie dann im Ortsbeirat Richtsberg behandelt.

Bis Ende November müssen die Fördermittel abgerufen werden, die Stadt steht deswegen unter Zeitdruck wegen der erforderlichen Genehmigungsverfahren. Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer sagte gestern schon einmal das Bemühen des Parlaments zu, das Verfahren möglichst zügig voranzutreiben. Die Pläne der GWH stehen deswegen schon, so Geschäftsführer Bernhard Braun, weil das Unternehmen zunächst Bauten im frei finanzierten Wohnungsbau errichten wollte. „Die Fördermittel des Landes nehmen wir natürlich gerne“, sagte Braun. 2014 kann dann gebaut werden.

Insgesamt, so haben es GWH, die Stadt Marburg und das Land Hessen vereinbart, sollen in Marburg 300 Sozialwohnungen neu entstehen. Für die verbleibenden zwei Abschnitte hat das Land weitere Förderungen von insgesamt 13 Millionen Euro zugesagt. „Damit tragen wir zur Entspannung des regional angespannten Marktes bei“, so Wirtschaftsminister Florian Rentsch. Das Projekt zeige, dass nicht nur im Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet, sondern auch in Universitätsstädten wie Marburg Bedarf an günstigem Wohnraum bestehe.

Die Stadt Marburg beteiligt sich mit 15000 Euro pro Wohnung, also mit insgesamt 4,5 Millionen Euro über die nächsten drei Jahre, an den Baukosten. Oberbürgermeister Egon Vaupel dankte dem Land und der GWH für die Bereitschaft, der Stadt zu helfen. Die Bauverdichtung in der Innenstadt ist für den OB bei diesem Projekt verträglich. Allerdings sei der verfügbare Wohnraum im Stadtzentrum begrenzt, während in der Fläche Wohnungen kaum noch vermietbar seien. „Bund und Land stehen in der Pflicht, Wohnen außerhalb der Zentren attraktiver zu machen“, sagte Vaupel und verwies auf die Notwendigkeiten eines attrak­tiven Nahverkehrs und einer leistungsstarken Breitbandversorgung.

Als einen „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnete die Marburger Linke die Landesförderung für die Bauvorhaben. Die Landesregierung habe die Wohnungsnot durch die jahrelange einseitige Förderung von privatem Wohneigentum verschärft. „Wohnungsbaumaßnahmen, wie etwa im Kilian oder in der Uferstraße, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Marburg noch immer an bezahlbaren Wohnungen mangelt“, warf der Stadtverordnete Jan Schalauske dem Magistrat vor.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr