Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Grüne fordern alternative Wohnmodelle

Stadtparteitag der Grünen Grüne fordern alternative Wohnmodelle

Die Grünen diskutieren auf der Stadtmitgliederversammlung über das Thema Altenwohnen und wählten zwei Vorstandsposten neu.

Voriger Artikel
Spannende Kurse zum Mitmachen
Nächster Artikel
Gedenken an beliebten Theologen

Das Wohnen in Großeinrichtungen wie dem Altenzentrum der Stiftung St. Jakob auf dem Richtsberg ist aus Sicht der Marburger Grünen ein Auslaufmodell. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Alte Menschen und Pflegebedürftige möchten selbstbestimmt leben und dabei ihre Privatheit geschützt wissen. So zumindest schätzt Marion Messik von den Marburger Grünen, die Gemeinsamkeiten von Pflegebedürftigen ein.

Dieser Grundsatz müsse bei der Debatte um Altenwohnheime und Betreuung im Hinterkopf behalten werden, sagte sie am Dienstagabend in ihrem Bericht auf der Stadtmitgliederversammlung in der Geschäftsstelle der Grünen.

Kategorisieren sei an der Stelle nicht angebracht, sagte Messik. Die Anliegen und Forderungen der Grünen wurden an diesem Abend wieder deutlich: Sie wollen kleine Wohneinheiten, die gut angebunden sind und für die älteren Menschen soziales Leben zulassen.

Grüne führen auchSexismus-Debatte fort

Außerdem sollten die Einrichtungen in bestehende Wohnstrukturen integriert sein. Anonyme Großeinrichtungen seien ein Konzept der Vergangenheit, hieß es weiter in dem Bericht.

„Wir haben unsere Forderungen immer ganz klar gemacht, auch wenn es in der Vergangenheit Zoff mit dem Koalitionspartner SPD gab“, sagte Dr. Elke Therre-Staal vom Grünen-Stadtvorstand.

In der Diskussion hatten einige der 25 anwesenden Mitglieder noch weitere Vorteile für alternative, moderne Wohnformen für Senioren im Blick: In der Stadt herrscht Wohnungsnot - vor allem Studenten spüren das deutlich.

Mit Wohnmodellen, in denen Senioren und Studenten unter einem Dach leben und Studenten die Haushaltsaufgaben übernehmen, käme man allen Beteiligten entgegen. In der Diskussion wurde außerdem deutlich, dass es Einrichtungen gebe, die Marburg als Vorbild dienen könnten.

So etwa das moderne Konzept des St. Elisabeth-Vereins in Sterzhausen in der Gemeinde Lahntal. Senioren können hier in Wohngemeinschaften zusammenleben, kochen, essen, sich im Café treffen.

In solchen Strukturen sei der Schritt, das eigene Heim zu verlassen, kleiner, argumentiert der Verein. Das sieht die Fraktion in Marburg genauso.

Dennoch zeigten sie sich über die Entwicklung in der Stadt optimistisch, auch im Hinblick auf das Altenhilfezentrum Sudetenstraße. Der Stadtvorstand und die Fraktion begrüßen die Beschlüsse der SPD zur Altenpolitik, vor allem auch die Planung von quartiersnahen Begegnungs- und Versorgungsstrukturen in den Stadtteilen, hieß es schon zuvor in einer Presseerklärung der Partei.

Obwohl der Frauenvorstand die Sexismus-Debatte nicht auf die Tagesordnung gesetzt hat, sorgten die verteidigenden Äußerungen des Marburger CDU-Fraktionschefs Philipp Stompfe zu dem umstrittenem Interview von FDP-Chef Rainer Brüderle für Diskussionspoten­zial und stießen erneut auf Kritik der Grünen.

Außerdem standen für zwei Vorstandsposten Neuwahlen an. Dabei hat es einen Wechsel gegeben: Anke Lindemann-Stark wird Sprecherin des Stadtvorstands und löst damit Johanna Busch ab, Gabriele Joggerst-Naumann rückt auf den vorherigen Platz von Lindemann-Stark als Beisitzerin nach. Der Vorstand der Grünen in Marburg ist jetzt somit ein reiner Frauenvorstand.

von Ilka Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr