Oberbürgermeister Egon Vaupel während der Sitzung des Stadtparlaments am vergangenen Freitag.
Marburg. Fünf Tage, nachdem Oberbürgermeister Egon Vaupel mit der Bekanntgabe einer Vier-Millionen-Spende von DVAG-Alleinvorstand Dr. Reinfried Pohl für Empörung bei den Grünen gesorgt hatte, kommunizierten die Partner am Dienstag lediglich per Presseerklärung miteinander.
Über ein Aussteigen aus der Koalition beriet die Grünen-Fraktion am Montagabend auf ihrer Fraktionssitzung nicht, teilte Fraktionschef Dietmar Göttling. Die Grünen kritisieren vor allem mangelnde Transparenz im Umgang mit der Spende Pohls.
Dass die Stadtverordnetenversammlung, die für die Entscheidung über die Annahme einer Spende zuständig ist, erst aus der Zeitung über die Spende erfahren habe, sei keine gute Ausgangsbasis für eine geordnete Form des Umgangs mit „Wohltaten“, hieß es in einer Pressemitteilung.
Die Grüne Fraktion setzt sich dafür ein, dass geprüft wird, ob und wie die Spende einer (noch zu gründenden) Bürgerstiftung zugeführt werden kann. Diese könne unabhängig eigene Zwecke der finanziellen Förderung gemeinnütziger Anliegen verfolgen, über die ein Stiftungsbeirat entscheidet, in dem Stifter und Stadtverordnete gemeinsam mit Vertretern sozialer und kultureller Initiativen über Förderprojekte befinden.
von Till Conrad
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