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Grün aufs Dach undAbwassergebühren sparen

Gründachkataster Grün aufs Dach undAbwassergebühren sparen

Egal ob kleine Rasenflächen oder ganze Parks - wo es grünt, da fühlen sich die Menschen wohl, nicht nur auf dem Land, sondern vor allem auch in den immer dichter bebauten Städten.

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Björn Ament (von links) und Professorin Martina Klärle stellten das neue Gründachkataster vor. Bürgermeister Dr. Franz Kahle und Klimaschutzreferent Achim Siehl hoffen nun, dass dadurch mehr Marburger motiviert werden, das Eigenheim zu begrünen.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marburg. „Es ist mittlerweile auch psychologisch nachgewiesen - grüne Dinge in unserer Umgebung, vor allem echte Pflanzen, das löst Glücksgefühle aus und führt zu einem deutlich besseren Wohn- und Lebensklima“, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Seit einigen Jahren haben findige Architekten und Biologen das Hausdach als neuen Raum für Grünflächen in der Stadt erschlossen, seitdem gehören bewachsene Ziegel nicht mehr nur auf die Häuser der Hobbits im Auenland, sondern sollen auch Einzug in Marburg halten.

Um die Bürger für diesen Schritt zu begeistern und es ihnen so einfach wie möglich zu machen, gibt es unter www.marburg.de/gruendachkataster die deutschlandweit erste komplette Übersicht über alle Häuser der Stadt und wie gut sich diese für grüne Dächer eignen.

„Auf der Basis der Daten aus dem Solarkataster ermöglicht unser Gründachkataster nun, mittels Satellitenaufnahmen genau nachzusehen, welche Dachfläche und welcher Teil des Daches wie gut zur Begrünung geeignet ist. Dabei kann man per Adresse das eigene Haus finden und stark vergrößern, um abzustecken, welchen Teil des Dachs man begrünen möchte. Das Programm zeigt dann an, wie gut der Lichteinfall ist und wie viel an Abwassergebühren durch die ausgewählte Fläche gespart werden kann“, erklärt Professorin Martina Klärle von der Frankfurt University of Applied Sciences.

Gute Isolierung

Neben den gesparten Gebühren tragen die grünen Dächer aber vor allem zu einem besseren Klima bei, da sie Hitze aufnehmen und gut isolieren. Das Gründachkataster versorgt die Interessenten bei Bedarf auch gleich mit Informationen darüber, welche Pflanzen für das ausgewählte Dach geeignet sind und wie sich die Auswahl wiederum anpassen würde, falls noch eine Licht beanspruchende Solaranlage hinzu gefügt würde. „Mittlerweile wissen wir, dass auch Moose, die mit wenig Licht auskommen und auch nur zehn Zentimeter dicke Erdschichten benötigen, die auch zartere Dachkonstruktionen vertragen, sehr gut Feinstaub absorbieren, es gibt also für fast jeden die Möglichkeit, etwas zu tun“, betont Klärle.

Wer ein besonders stabiles Dach hat, kann auch bis zu 30 Zentimeter Erde aufschichten und erhält eine entsprechend größere Pflanzenauswahl, spätestens da ist allerdings ein Statiker gefragt. Eine Liste mit Handwerkern, die für entsprechende Aufbauten qualifiziert sind, soll demnächst noch hinzu gefügt werden.

Und die Pflege? „Mittlerweile gibt es ja schon die ersten Erfahrungsberichte, und wenn das gut verarbeitet ist, dann hält das Dach genauso lange, da passiert nichts. Die Pflanzen selbst müssen bei korrekter Planung auch nicht gepflegt werden, nur ein bis zweimal im Jahr sollte man die Birkentrieblinge entfernen, das ist immer erstaunlich, wo die sich festsetzen“, erklärt Kahle.

von Marcus Hergenhan

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