Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Großzügiger Umgang mit dem Kapital „Zeit“

Neuer Asta Großzügiger Umgang mit dem Kapital „Zeit“

Volle zehn Stunden nahmen sich die Parlamentarier des Marburger Studentenparlaments (Stupa) Zeit, um den Allgemeinen Studentenausschuss (Asta) zu wählen.

Voriger Artikel
Indischer Sandstein für Zwischenhausen
Nächster Artikel
Familienbüro: Linke und Grüne geben Kontra

Aline Adam (von links im Uhrzeigersinn) und Ann-Sophie Schröder repräsentieren den Asta-Finanzvorstand, Nora Hilbert und Elisabeth Kula den Vorstand.

Quelle: Yves Bellinghausen

Marburg. Von der längsten Wahl, die sie je mitgemacht hätten, sprachen die Abgeordneten bereits, als die Wahl noch in vollem Gange war. Um 6 Uhr am Donnerstagmorgen war das Procedere dann schließlich geschafft.

Doch der Reihe nach: Schon Ende November hätte eigentlich der Asta für die Legislaturperiode von einem Jahr gewählt werden sollen. Aufgrund eines Formfehlers in den Einladungen sah sich das Präsidium des Stupa jedoch dazu gezwungen, die Wahl zu vertagen. Direkt zu Beginn der Sitzung am Mittwoch las Michael Redelberger (RCDS) eine vorformulierte Erklärung vor, auch diese Sitzung sei ungültig. Als Grund gaben er und seine Mitstreiter an, die Einladungen zur Sitzung des Stupa wären nicht ausreichend veröffentlicht worden.

Das Präsidium entschied sich diesmal jedoch, die Wahl durchzuführen. Hätte sich das Stupa erneut tatenlos getrennt, hätte der alte Asta weiter kommissarisch im Amt bleiben müssen.

Um Mitternacht schließlich, vier Stunden nach Beginn der Sitzung, hatte sich das Parlament eine Tagesordnung sowie die Geschäftsordnung gegeben.

In den Diskussionen darüber schafften die Abgeordneten demokratietheoretische Ausflüge ins antike Athen, aber auch um eine Genderdebatte kam das Parlament nicht herum.

Nach den Lesungen zum Semesterticket gab Grünenpolitiker Jan Sollwedel zu Protokoll, er würde nun mitsamt seiner Fraktion den Heimweg antreten. Die Asta-Referenten haben sich bis dahin nicht einmal vorstellen können.

Schließlich ist es so weit: Die beiden Anwärterinnen für den Asta-Vorstand, Elisabeth Kula (SDS) und Nora Hilbert (Fachschaftspower), stellten sich den Fragen der Parlamentarier. „Ich bin für eine fortschrittliche und linke Politik“, gab Kula an. „Gegen Kapital und Menschenverachtung“ definierte sie ihren Begriff von Fortschrittlichkeit auf Nachfrage. Mit großer Mehrheit wurden die Studentinnen schließlich in den Vorstand gewählt.

Mit den beiden Finanzvorständen Ann-Sophie Schröder (Campus Grüne) und Aline Adam (Fachschaftspower) schienen die Abgeordneten ebenso zufrieden und wählten sie mit ebenso großer Mehrheit in den Asta. Das Gleiche gilt für die zehn Asta-Referate – alle Kandidaten konnten sich ausnahmslos über überwältigende Mehrheiten freuen. Das gesamte Wahlverfahren nahm fünfeinhalb Stunden in Anspruch.

Einige Parlamentarier wollen rechtliche Prüfung

6 Uhr morgens: Etwa ein Viertel der Anwesenden ist noch im Saal. Schlaftrunken, aber sichtlich erleichtert räumen die Abgeordneten auf, was von der Nacht übrig bleibt.
Was war der Grund für eine solche Mammut-Sitzung? „Die langen Debatten über die Geschäftsordnung waren sicher ein Grund“, erklärt eine Juso-Parlamentarierin.

„Das komplizierte Abstimmungsverfahren“, analysiert Benjamin Oette (LHG), obwohl er sich kurz zuvor noch selbst für dieses Verfahren ausgesprochen hatte. Aber es ist ja auch schon spät.

Donnerstagachmittag meldete sich Jan Sollwedel bei der OP und teilte mit: Einige Parlamentarier wollen über die Rechtsabteilung der Universität prüfen lassen, ob durch die lange Dauer der Sitzung bis zum frühen Morgen die Rechte der Parlamentarier verletzt worden sind. Schließlich hätten nicht alle Parlamentarier so lange teilnehmen können, da sie für das Studium am Donnerstag ausgeruht sein müssten.

von Yves Bellinghausen

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr