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Großübung zeigt Schwächen auf

Wasserrettung Großübung zeigt Schwächen auf

Eine groß angelegte Rettungsübung absolvierten Mitglieder der DLRG am Samstag an den Baggerseen in Niederwald.

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Oben: Die Retter bringen einen Verletzten ans Ufer – der Landweg war durch ein imaginäres Feuer abgeschnitten.

Quelle: Andreas Schmidt

Niederwald. Ein anspruchsvolles Szenario hatte sich das Team um Dirk Bamberger, technischen Leiter der DLRG Marburg-Biedenkopf, ausgedacht: Eine Cessna war mit einem Learjet über dem Baggersee-Gelände zusammengestoßen, die Flugzeuge abgestürzt. Es galt, die Überlebenden zu finden und zu retten. Außerdem musste der Flugschreiber geborgen werden - ebenso, wie der tote Pilot. Erschwert wurde das Szenario durch ein imaginäres Kerosinfeuer - der Landweg zu den Verletzten war abgeschnitten, die Rettung konnte ausschließlich übers Wasser erfolgen.

Insgesamt zehn Personen mussten die Retter finden. Dazu kam am westlichen der beiden Seen die

Hunderettungsstaffel des Roten Kreuzes zum Einsatz.

Am zweiten See ließ die DLRG, unterstützt von einer befreundeten Gruppe aus Bockhorn/Zetel, die Boote zu Wasser. Denn auf der Insel in der Mitte des Sees hatten die Retter eine Person gesehen. Es handelte sich um den Co-Piloten, der schwer unter Schock stand.

Am Ufer tanzt eine weitere Verletzte umher. Sie wähnt sich im Urlaub am Strand auf dem Surfbrett, meint, sie sei nur wegen eines Hai-Alarms aus dem Wasser gegangen und weigert sich, mit den Rettern zu gehen.

Trümmerteile erst zum Schluss

Nach und nach laufen immer mehr Vermissten- und Verletztenmeldungen beim Gruppenführer zusammen. Der muss die verschiedenen Einsätze koordinieren und gleichzeitig den Überblick wahren: Wo werden Kräfte benötigt? Brauchen wir noch Rettungswagen? Wie geht es mit der Erstversorgung der Verletzten voran?

Erst zum Schluss müssen auch noch Trümmerteile geborgen werden: Diese waren von der Vorbereitungsgruppe aus

Styropor gefertigt worden, trieben auf dem Wasser umher.

Schnell wird deutlich: Bei der Übung läuft nicht alles ganz so glatt, wie gewohnt.

So haben die Taucher beispielsweise den Dummy geborgen, der den toten Piloten markierte - und auch den „Flugschreiber“ gesehen, ihn aber auf dem Grund des Sees zurückgelassen. Also müssen die Taucher sich noch einmal anziehen und sich erneut auf den Weg machen.

„Dass es nicht ganz so gut klappt, liegt daran, dass wir in den vergangenen Tagen schon einige Rettungsübungen und Trainingseinheiten absolviert haben“, erklärt Dirk Bamberger. Hinzu kam der tödliche Verkehrsunfall am Baggersee in der Nacht zum Mittwoch, der die Wasserretter gefordert hat (die OP berichtete). „Und normalerweise würde ich beispielsweise bei der Koordination helfen - heute aber nicht“, sagt Bamberger. Denn der Nachwuchs solle an die Aufgaben herangeführt werden - dafür sei die Übung eine hervorragende Gelegenheit.

„Außerdem soll so eine Großübung die Teilnehmer auch bewusst an die Grenzen führen um herauszufinden, wo es hakt“, sagt Bamberger. „Wenn alles klappen würde, müssten wir ja nicht üben.“

von Andreas Schmidt

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