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Großspende liegt weiterhin auf Stadt-Konto

Pohl-Millionen Großspende liegt weiterhin auf Stadt-Konto

Die Stadt Marburg besitzt seit fünf Jahren drei Millionen Euro Spendengeld. Weil er keinen genehmigten Nachtragshaushalt ­habe, könne er das Geld nicht verteilen, erklärt OB Spies auf Anfrage der OP.

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Betroffenheit in Marburg

Pohls Millionen-Spende für den Schlossaufzug ist seit fünf Jahren immer wieder Thema in Marburg. Der Spenderwille des Mäzens und seiner Erben ist noch nicht erfüllt worden.

Quelle: Nikola Ohlen

Marburg. Das Geld, das 2012 der inzwischen verstorbene DVAG-Gründer Dr. Reinfried Pohl an die Stadt Marburg spendete, liegt immer noch auf einem Konto der Stadt Marburg. Der Mäzen wollte mit vier Millionen Euro den Bau eines Aufzugs zum Schloss finanzieren, eine Million davon hatte die Stadt an die beiden Stiftungen St. Jakob und Heilige Elisabeth weitergeleitet.

Der Geldgeber ist inzwischen tot und derjenige, der das großzügige Geschenk für die Stadt Marburg entgegennahm, hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Der Schrägaufzug rückte bereits vor einem Jahr in weite Ferne, sodass die Erben, die Söhne Andreas Pohl und Reinfried Pohl junior, in Verhandlungen mit dem damaligen Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) traten.

Am Ende einigten sich die Erben und Vaupel auf eine neue Verteilung des Geldes. Auf Vorschlag von Vaupel sollte eine halbe Millionen Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und eine Million Euro an bedürftige Senioren gespendet werden.

Familie Pohl wollte zudem, dass 1,5 Million Euro für die Krebsforschung gespendet werden. Vaupel betonte, dass das Parlament über die Verwendung Mitsprache habe und dies daher im Nachtragshaushalt verankert werden müsse.

Ein Jahr später erklärt Vaupels Nachfolger Dr. Thomas Spies (SPD) auf Anfrage der OP, dass er keinen beschlossenen Nachtragshaushalt für 2016 habe und er daher das Geld nicht verteilen könne. Er habe keinen Grund von der Einigung zwischen Vaupel und Pohl abzuweichen, aber er könne dies ohne Haushalt nicht umsetzen.

Auch er stehe in Kontakt mit der Unternehmerfamilie, fügt er hinzu. Wann der Spenderwille erfüllt werde, könne er nicht sagen, so Spies: „Der Vorgang ist schwierig und bedarf Fingerspitzen­gefühl.“

von Anna Ntemiris

 
 
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