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Großes Herz, freie Seele, tatkräftige Hände

Abschied Christa Winter Großes Herz, freie Seele, tatkräftige Hände

Nach fast 25 Jahren als Marburger Frauenbeauftragte wurde Christa Winter jetzt im historischen Rathaussaal feierlich verabschiedet.

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Christa Winter wurde während der Ehrung durch OB Dr. Thomas Spies von Mädchen aus Syrien freudestrahlend begrüßt). Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Ein wenig stahlen die aus Syrien stammenden Flüchtlings-Mädchen dem Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) die Show. Denn genau in dem Moment, als er der scheidenden Frauenbeauftragten Christa Winter die Goldene Ehrennadel der Stadt Marburg überreichen und anheften wollte, stürmten fünf von ihnen mit strahlenden Mienen nach vorne und überreichten Christa Winter Sonnenblumen.

Die Herzlichkeit der Mädchen, die die Frauenbeauftragte von einem Schwimmkurs kennen, überwältigte Christa Winter und rührte sie zu Tränen.

Spies freute sich mit über den unerwarteten Augenblick und schritt dann zur Ehrung. Mit ihrem langjährigen Einsatz für Gleichberechtigung sowie gegen Diskriminierung und Gewalt habe Christa Winter der Stadt Marburg einen großen Dienst erwiesen, so Spies. Als unermüdlich, zäh und hartnäckig, aber gleichzeitig als freundlich und sachlich charakterisierte der OB die scheidende Frauenbeauftragte. Mit ihrer Unbeirrbarkeit, die laut Spies mitunter auch anstrengend sein konnte, habe Winter das Angesicht der Stadt verändert und mit zu einer weltoffenen und respektvollen Atmosphäre beigetragen.

Zahlreiche Vertreterinnen von Fraueninitiativen waren gekommen, um Winter zu verabschieden, so dass der Rathaussaal aus allen Nähten platzte.

Christa Winter wurde 1951 im Kreis Bingen geboren. Die verheiratete Mutter einer Tochter war 1977 nach einer Ausbildung und Arbeit als Einzel­handelskauffrau zum Soziologiestudium nach Marburg gekommen. Schon während ihres Studiums wandte sie sich über die gewerkschaftliche Arbeit der Frauen- und Mädchenbildung zu. Von 1987 bis 1992 war sie als Frauenbeauftragte in Goslar (Niedersachsen) tätig, bevor sie ab dem 1. April 1992 das Amt der kommunalen Frauenbeauftragten der Stadt Marburg übernahm.

Winter sei zwar nicht die erste Marburger Frauenbeauftragte gewesen, dafür habe sie in den zurückliegenden Jahrzehnten am meisten in diesem Amt bewirkt, sagte Dr. Marlis Sewering-Wollanek, als Vorsitzende der städtischen Gleichstellungskommission eine langjährige Weggefährtin von Winter. Sie habe vieles erreicht, ohne ihre Visionen aus dem Blick zu verlieren. „Christa Winter hat mit einem großen Herz, einer freien Seele und tatkräftigen Händen geholfen“, lobte die aus Afghanistan stammende und seit Jahren in Marburg lebende Migrantin Shaima Ghafury.

Winter freute sich sehr über alle lobenden Worte, auch von ihrem ehemaligen Chef, dem langjährigen OB Egon Vaupel. Mit einer achtseitigen Dankesrede würdigte sie zahlreiche Mitstreiterinnen im Kampf um Frauenrechte und mehr Gleichberechtigung sehr persönlich.

von Manfred Hitzeroth

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