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Große Welle auf der Lahn

Streik Große Welle auf der Lahn

Beim Aktionstag der Erzieherinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste blieben am heutigen Montag in Marburg die Streikenden aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zwar unter sich, schafften es aber trotzdem auf 200 Personen.

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Sieht fast aus wie bei einem Betriebsausflug, doch die Tretbootaktion war der wohl erste Demozug auf der Lahn in Marburg. Insgesamt beteiligten sich daran 200 Erzieherinnen und Sozialarbeiter aus Marburg und dem Landkreis.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Mürbe machen lassen will sich keiner. Da passt es gut ins Bild, dass die Streikenden mehr statt weniger werden. Beim gestrigen Aktionstag der Erzieherinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste blieben in Marburg die Streikenden aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zwar unter sich, schafften es aber trotzdem auf 200 Personen. Und die verlegten ihre Demonstration erstmals auf die Lahn. In Tretbooten, aber auch Schlauchbooten zeigten die Streikenden, dass sie weiter fest entschlossen sind, den sich anbahnenden Nervenkrieg aufzunehmen und nicht einzuknicken, bevor nicht ein verhandelbares Angebot auf den Tisch flattert.

"Entschlossenheit ist da"

Julian Jaedicke von Verdi Mittelhessen zeigte sich gestern Vormittag mit der Anzahl der Streikenden sehr zufrieden. „Die Entschlossenheit ist nach wie vor da. Und es kommen mehr Kolleginnen und Kollegen dazu. Heute reisen die Marburger Streikenden wieder nach Gießen. Dort findet ab 10.30 Uhr auf dem Marktplatz eine weitere  zentrale Demonstration für alle Streikenden aus Hessen statt. Dazu hat sich auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi Frank Bsirske angesagt. Zusätzlich mit dabei aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf sind für diesen einen Tag die Erzieherinnen der kommunalen Kindergärten Cölbe und Bürgeln.  Die betreffenden Eltern wurden auch hier frühzeitig in Kenntnis gesetzt, für beide Kitas gibt es eine Notgruppe in Bürgeln.

Erzieherinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste blieben in Marburg die Streikenden aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zwar unter sich, schafften es aber trotzdem auf 200 Personen. Und die verlegten ihre Demonstration erstmals auf die Lahn. In Tretbooten, aber auch Schlauchbooten zeigten die Streikenden, dass sie weiter fest entschlossen sind, den sich anbahnenden Nervenkrieg aufzunehmen.

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Mittwoch geht es dann mit einem „normalen Streiktag“ weiter, ehe am Donnerstag bei einem Delegiertentreffen das weitere Vorgehen in Gießen besprochen werden soll.

Reaktionen der "Gegenseite" sorgen für Wut

Ein Etappenziel ist mittlerweile erreicht. Mit dem Streik beschäftigen sich keineswegs nur die Politiker vor Ort, sondern auch die in Berlin. Vergangene Woche waren Vize-Kanzler Sigmar Gabriel und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig in Wetzlar (die OP berichtete). Schwesig  zeigt mehr denn je  Verständnis für die Streiks in den kommunalen Kindertagesstätten. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus sagte sie jetzt: „Wir brauchen eine Debatte in Deutschland, wie viel uns die Arbeit mit Menschen und die frühe Bildung unserer Kinder wert ist.“ Und weiter: „Wir vertrauen ihnen unsere Kinder an; sie betreuen und bilden unsere Kinder von klein auf und tragen eine große Verantwortung. Deshalb müssen sie für ihre Leistungen auch entsprechend bezahlt werden.“

 

Für Wut unter den Streikenden sorgt immer wieder der lapidare Satz der „Gegenseite“, die angedachte Lohnerhöhung von um die zehn Prozent sei nicht bezahlbar. „Aber wir sollen jeden Tag unser Bestes geben für einen Apfel und ein Ei. Soll‘n die doch mal eine Woche bei uns arbeiten. Mal sehen, was sie dann sagen“, sagte eine Erzieherin.

von Götz Schaub

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