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Bauboom

Großbaustelle Marburg

In Marburg wird derzeit so viel gebaut wie seit Jahrzehnten nicht. Überall ragen Kräne in die Luft, sind Bagger unterwegs. Bis 2016 werden mehr als 700 Millionen Euro investiert.

Ein Blick auf die Baustelle am Fachbereich Chemie auf den Lahnbergen. Das Bild ist eine Panorama-Fotomontage aus acht Einzelfotos. Rund 120 Millionen Euro wird der Neubau der Chemie kosten.

© Thorsten Richter
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Marburg. Für die meisten Marburger ist die Großbaustelle der Deutschen Vermögensberatungs AG (DVAG) zwischen Bahnhofstraße und Rosenpark die derzeit wohl auffälligste Investition: Rund 50 Millionen Euro investiert das Finanzdienstleistungsunternehmen in ein neues Verwaltungsgebäude und ein Messe-Centrum.

Es ist eine große Investition, aber bei weitem nicht die größte: Denn still und leise ist Marburg in den vergangenen Jahren der Motor der Entwicklung der Region geworden.

In Kürze will Novartis sein Impfstoffwerk MARS (Marburger Standortentwicklung) am Standort Görzhäuser Hof einweihen. Die Projektkosten für die hochmoderne Anlage, in der einmal rund 300 Menschen arbeiten werden, wurden von dem Pharmagiganten auf 168 Millionen Euro beziffert. Auch Siemens und CSL Behring investieren Jahr für Jahr hohe Milllionensummen in den Pharmastandort.

Rund 110 Millionen Euro hat die Rhön Klinikum AG in die Partikeltherapie investiert. 2011 soll dort der erste Krebspatient behandelt werden, sagte Frank Steibli, Leiter der Kommunikation des Universitätsklinikums Gießen-Marburg GmbH. Im Januar 2011 will das Klinikum die neue „Kopfklinik“ eröffnen. Bauvolumen: mehr als 105 Millionen Euro.

Wenige Meter Luftlinie entfernt haben unterdessen die Arbeiten für ein Großprojekt der Philipps-Universität begonnen: Mit schwerem Gerät werden auf dem Gelände der neuen Chemie Wasser- und Gasleitungen verlegt. Rund 120 Millionen Euro soll der Neubau kosten. Das alte Gebäude aus den 1970er Jahren wird abgerissen, wenn es von der Uni nicht mehr benötigt wird.

Was die Chemie für die Naturwissenschaften auf den Lahnbergen ist, ist die neue Zentrale Universitätsbibliothek für die Geisteswissenschaften in der Innenstadt. Längst ist alles in die Wege geleitet für das 120-Millionen-Euro-Projekt. Baubeginn ist 2012.

Und auch die Stadt Marburg investiert: Rund 150 Millionen Euro sind es nach Auskunft von Oberbürgermeister Egon Vaupel allein in den Jahren 2009 bis 2011. Das Geld geht in Schulen, die Infrastruktur, in Straßen und Radwege: Universitätsstraße (3,5 Millionen Euro), Elisabeth-Kirche (3,6 Millionen Euro), Bahnhofsvorplatz mit Elisabethbrücke (8 Millionen Euro) sind nur einige von vielen Bauprojekten.

Nach Ansicht von Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) sind die Investitionen auch „Ausdruck von Vertrauen und Verbundenheit der Investoren zum Standort“. Dieses Vertrauen sei auch den Rahmenbedingungen geschuldet, die die Politik geschaffen habe. Bürgermeister und Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) sieht in den Investitionen eine „gewaltige Aufwertung der Stadt und der Region“. Es seien nachhaltige Investitionen mit Folgewirkungen. Sie sicherten Arbeits- und Ausbildungsplätze und den Konsum vor Ort.

von Uwe Badouin


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  • Marburg Marco – 02.09.10
    Stimmt, einige Baustellen dauern jetzt schon ziemlich lange. Doch nicht die Baustellen lösen das Verkehrsproblem aus, sondern auch eine sinnlose Ampelschaltung. Zum Beispiel die Kreuzung am Krekel. Wenn man von Marburg kommt und Marburg-Süd abfährt, ist die Ampel an der Kreuzung ganze 3 Sekunden grün! Erst vorgestern habe ich gegen 16Uhr ganze 8 Minuten gebraucht, bis ich von der Stadtautobahn über die Kreuzung am Krekel kam.
  • Großbaustelle Marburg MF – 02.09.10
    Ein großes Glück für die Stadt, daß Dr.R Pohl, Behring, etc. sich so stark machen für/in Marburg.-Aber Ihr lieben Leute: Was ist das für eine Bastelei an Marburgs Hauptader, der Universitätsstraße?-Mir kann man sagen was man will, daß darf doch nicht so lange dauern!-Wenn ich die 3 Leute auf der Baustelle sehen, die da gemütlich vor sich hin buddeln....das geht gar nicht !MFG
  • Investitionen Marco S. (keiner von beiden) – 01.09.10
    Die Struktur von Marburg verändert sich zum Positiven, was ich sehr begrüsse.
    Was die Kriminalität betrifft, nun gut, das konzentriert sich auf die Innenstadt. Das ist schon heftiger geworden wie noch vor bspw. 5 Jahren. Tipp: Konzept Schwarze Sheriffs wie in Frankfurt.
  • Marburg Marco (der, der meist unter diesem Namen schreibt) – 01.09.10
    Dem ersten stimme ich zu - dem zweiten nicht. Die Kriminalität ist schon immer da und im Vergleich zu anderen Städten nicht hoch wenngleich sie dennoch zu hoch ist denn Null wäre am besten. Inzwischen wird aber jede Schlägerei mehr wahrgenommen als vor einigen Jahren. Aber darum geht es ja in diesem Artikel nicht!
  • Marburg blüht auf Marco – 01.09.10
    Find ich klasse, dass soviel in Marburg gebaut wird und sich hier zahlreiche neue Unternehmen ansiedeln. Die Stadt mausert sich die letzten Jahre zu einer der bedeutungsvollsten Städte in Hessen. Schade nur, dass auch die Kriminalität immer mehr zunimmt.

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