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Grippe-Viren sind Anpassungskünstler

Impfwoche Grippe-Viren sind Anpassungskünstler

Vorsorge gegen Grippewelle: Gestern begann die Impfwoche für Mitarbeiter am Universitätsklinikum. Ärzte empfehlen auch Privatpersonen, sich impfen zu lassen.

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Dr. Marcel Goedecke, Leiter des betriebsärztlichen Dienstes, impft Pflegedirektor Michael Reinecke gegen Grippe.Foto: FB Medizin

Marburg. Der Herbst ist gekommen und damit steht wieder einmal die Grippesaison vor der Tür. Aus diesem Grund rüstet sich das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) gegen die aktuelle Influenza-Gefahr und damit einhergehende steigende Krankheitsfälle des Klinikpersonals. Bis Freitag findet eine gesonderte Impfwoche des betriebsärztlichen Dienstes statt.

Geimpft wird jedoch den ganzen Herbst hindurch, erklärte die Geschäftsführung beim gestrigen Pressegespräch und rät nicht nur den Mitarbeitern zur Prävention. Eine GrippeErkrankung sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, betonte Dr. Marcel Goedecke, Leiter des betriebsärztlichen Dienstes. Zudem seien die gefürchtete Influenza und eine normale Erkältung zwei verschiedene Paar Schuhe, die immer wieder verwechselt werden. Eine Ansteckung mit den gefährlichen Influenza-Viren kann massive Auswirkungen auf die Gesundheit haben sowie zu ernsten Folgeerkrankungen wie Herzschäden oder Lungenentzündung führen. Daher empfehlen Ärzte gerade Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma sowie Erwachsenen ab 60 Jahren, sich regelmäßig gegen Influenza impfen zu lassen. Auch schwangere Frauen sollten dies nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel einhalten, da sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Eine Impfung stelle entgegen der vorherrschenden Meinung keine Gefahr für das ungeborene Kind dar, betonte Goedecke.

Aufgrund der stark auftretenden Impfreaktionen der Patienten im Jahr 2009 bei Pandemieimpfung gegen „Schweinegrippe“ habe die Grippeimpfung einen anhaltend schlechten Ruf. Der stark reizende Verstärker-Stoff, der damals dazu führte, sei jedoch nicht mehr Teil der Impfung. Die sehr anpassungsfähigen Viren entwickeln jedes Jahr neue krank machende Varianten, weswegen die Experten zu alljährlicher Vorsorge raten. Die Injektion der Saison 2013/14 schützt vor drei verschiedenen Influenza-Arten. Außergewöhnliche Impfreaktionen seien kaum zu erwarten, betonen die Ärzte.

Eine hundertprozentige Sicherheit und Immunität kann jedoch auch eine Grippeimpfung nicht leisten. Das Klinikum will jedoch eine umfassende Vorsorge für das Personal. „Am wichtigsten ist der Schutz der Mitarbeiter und damit auch der Patienten“, sagte Professor Jochen Werner, ärztlicher Geschäftsführer des UKGM am Standort Marburg. Je höher der betriebliche Impfschutz, desto weniger Risiko bestehe für die Patienten. Vorrang bei der angebotenen Massenimpfung haben Mitarbeiter, die Patienten mit Atemwegsinfektionen behandeln. Diesen folgt das Klinikpersonal mit Schwerpunkt im Publikumsverkehr. Es sind jedoch Impfstoffe für sämtliche Mitarbeiter des UKGM vorhanden, so die Klinik.

Fehlzeiten durch Grippe sind teurer als Impf-Kosten

Trotz des finanziellen Aufwands der Impfungen, überwiegen die wirtschaftlichen Vorteile: Erhöhte Lohnkosten durch erkrankungsbedingte Fehlzeiten schlagen mehr zu Buche als die Impfkosten. Zudem wird der reguläre Klinikablauf nicht durch fehlendes Personal beeinträchtigt, gerade zu Zeiten mit erhöhtem Patientenaufkommen. Der „Auftrag der Patientenversorgung wird daher in doppelter Weise erfüllt“, sagte auch der kaufmännische Geschäftsführer des UKGM, Dr. Holger Thiemann.

Die Impfwoche für UKGM-Mitarbeiter läuft bis zum 25. Oktober. Die verdoppelten Impfzeiten sind montags bis donnerstags von 11 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 15 Uhr sowie freitags von 11 Uhr bis 12 Uhr.

von Ina Tannert

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