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Grillvergnügen sicher genießen

Serie "Sicher durch den Sommer", Teil 2 Grillvergnügen sicher genießen

Die Grillsaison hat ihren Höhepunkt erreicht. Damit einhergehend kommt es durch Unachtsamkeit oder Leichtsinn immer wieder zu Unfällen, die nicht selten mit schweren Brandverletzungen verbunden sind.

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Damit das Grillen zum Vergnügen wird, sollte man Vorsicht beim Entfachen des Feuers walten lassen.

Quelle: dpa

Marburg. Häufig werden Unfälle beim Grillen durch die Verwendung von flüssigen Brandbeschleunigern wie zum Beispiel Benzin oder Spiritus verursacht. Kommen diese mit dem heißen Grill in Berührung, entzünden sich deren Gase schlagartig und lösen unberechenbare Stichflammen aus, die bis zu mehrere Meter Höhe erlangen können. Betroffen sind meist alle umstehenden Personen, bei denen hauptsächlich Oberkörper, Arme und Oberschenkel in Gefahr sind. Kinder sind besonders gefährdet, da sie aufgrund ihrer geringeren Körpergröße auf Augenhöhe zum Grill stehen. Außerdem können durch das Einatmen der heißen Gase Verbrennungen der Atemwege auftreten.

Zur Vermeidung von Unfällen beim Grillen sollten daher unbedingt folgende Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden:

Grillen darf man nur im Freien mit einem standsicheren Grill, der auf ebenem Untergrund stehen und genügend Abstand zu brennbaren Materialien wie zum Beispiel Sonnenschirmen, Girlanden oder anderen Materialien haben muss.

 Die aufgeschichtete Holzkohle darf nur mit Sicherheitsgrillanzündern entzündet werden.

Auf flüssige Brandbeschleuniger wie Benzin oder Spiritus sollte unbedingt verzichtet werden.

Niemals darf eine brennbare Flüssigkeit auf bereits glühende Kohlen geschüttet werden, dadurch kann eine lebensgefährliche Stichflamme entstehen.

Der Grill darf nie unbeaufsichtigt bleiben. Wenn spielende Kinder versehentlich einen heißen Grill umstoßen, kann dies erhebliche Verbrennungen für jene zur Folge haben.

Holz- oder Gasgrills dürfen niemals in die Wohnung gestellt werden.

Grills dürfen nie in geschlossenen Räumen wie Garagen oder Gartenlauben betrieben werden. Selbst bei einem bereits erkalteten Grill kann das entstehende Kohlenmonoxid – ein geruchloses, hochgiftiges Gas – in kürzester Zeit zum Tod durch Ersticken führen.

Retten Sie den Betroffenen aus der Gefahrenzone

Verbrennungen (wie auch Verbrühungen) gehören zu den häufigeren Unfällen im Kindesalter. Leider zählen sie auch zu den schwersten und folgenreichsten Verletzungen. Dabei sind insbesondere kleinere Kinder (bis 4 Jahre) betroffen.
Im Falle einer Verbrennung heißt es Ruhe bewahren. Panik wird Sie und Ihr Kind nicht weiter bringen. Trotzdem kommt es auf schnelle Hilfeleistung an. Retten Sie den Betroffenen aus der Gefahrenzone. Löschen Sie die Flammen durch Ersticken mit einer Decke, indem sie den Betroffenen auf dem Boden wälzen oder löschen Sie mit Wasser ab. Unter keinen Umständen einen Pulverfeuerlöscher verwenden. Anschließend sollte sofort mit der Kühlung der betroffenen Hautareale begonnen werden. Die Temperatur des kühlenden Wassers sollte nicht unter 20 Grad liegen, und der Patient darf nicht auskühlen. Die Kühlungsphase sollte 30 Minuten nicht überschreiten.

Gleichzeitig rufen Sie den Rettungsdienst über den Notruf 112.

Vermeiden Sie, Hausmittel (Mehl, Öl, Zahnpasta) auf Verbrennungswunden aufzutragen, da dadurch die spätere Versorgung in der Klinik erschwert werden kann.

Entfernen Sie die Kleidung rasch, aber vorsichtig. Brandblasen sollten erst in der Klinik versorgt werden. Decken Sie anschließend die Wunde mit sterilem Verbandsmaterial ab. In der Klinik erfolgt die fachgerechte weitere Versorgung der Brandverletzungen. Hierzu sagt Professor Guido Seitz, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Universitätsklinikum Marburg: „Thermische Verletzungen müssen auf jeden Fall in einem spezialisierten Zentrum versorgt werden. In unserem Universitätsklinikum haben wir alle Voraussetzungen, um die betroffenen Kinder mit modernsten Methoden nach internationalen Standards zu versorgen.“

von Professor Guido Seitz,
Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Bonacker
und Professor Clemens Kill

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