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Griechischer Poet diskutiert mit seinen Übersetzerinnen

„Dialog mit dem Dichter“ Griechischer Poet diskutiert mit seinen Übersetzerinnen

Vier Marburgerinnen haben in jahrelanger Arbeit Werke von politischen Dichtern aus dem Neugriechischen ins Deutsche übersetzt. Nun besucht sie der griechische Dichter Titos Patrikios, mit dem sie eine Diskussionsveranstaltung anbieten.

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Heidi Lauer, Dr. Dora Dimitroulia-Kohlhaas, Dr. Sunhilt Rieckhoff und Dr. Lore Frey warten auf Titos Patrikios.

Quelle: Anna Ntemiris

Marburg. Lyrik und Politik sind im Nachkriegsgriechenland eng verzahnt: Titos Patrikios ist einer dieser prominenten griechischen Lyriker, die auch als Widersacher des Faschismus bekannt sind. Der Poet kommt nun am 3. Mai zu einer Lesung und Diskussionsveranstaltung nach Marburg. Anlass ist ein Buch, das hier entstand: Vier Marburgerinnen haben griechische Gedichte übersetzt und ein zweisprachiges Buch herausgebracht. „Ungewisse Fahrt – agoni grammi – Griechenland nach dem Krieg: Dichter, Gedichte, historische Hintergründe“ lautet der Titel des Werkes, den die in Marburg und Gießen lehrende Philologin Dr. Dora Dimitroulia-Kohlhaas herausgebracht hat.

Die Übersetzerinnen sind neben Dimitroulia-Kohlhaas die Marburger Archäologin Dr. Lore Frey sowie die pensionierten Lehrerinnen Dr. Sunhilt Rieckhoff und Heidi Lauer. Die Idee zu diesem Werk entstand 2004 in einem Seminar für neugriechische Literatur – eine Abteilung der Klassischen Philologie der Philipps-Universität.

Damals befassten sich die Seminarteilnehmer mit Werken der Dichter der sogenannten Nachkriegsgeneration, der politischen Dichter. „Die Idee, die Werke sowie die Biografien in Kurzform ins Deutsche zu übersetzen, fand sofort Anklang“, berichtete Dimitroulia-Kohlhaas. Dichter wie Titos Patrikios schreiben über die Haft, über die Zermürbung in den Gefängnissen. Es geht um Visionen einer Gesellschaft der Gleichheit und sozialen Befreiung. Patrikios, der in den 50er Jahren inhaftiert worden war und während der Militärdiktatur aus Griechenland flüchtete, ist seit seiner Rückkehr aus Paris und Rom sozial und künstlerisch engagiert. 1994 erhielt er für sein Gesamtwerk den staatlichen Literaturpreis.

In Marburg wird der Grieche nicht nun nach einer Lesung mit seinen Übersetzerinnen und der Öffentlichkeit über seine Werke und sein Heimatland sprechen.

„Dialog mit dem Dichter“ lautet die öffentliche Veranstaltung am Dienstag, 3. Mai, 12.15 Uhr in der Klassischen Philologie, Wilhelm-Röpke-Straße 6, Turm D, Raum WR 05 D06.

von Anna Ntemiris

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