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Gleisbauarbeiten bringen Cappeler um den Schlaf

Automatische Warnsignale Gleisbauarbeiten bringen Cappeler um den Schlaf

Das Alarmsignal, das seit Sonntag unregelmäßig, aber laut durch Cappel schallt, kommt von den Bauarbeiten an der nahegelegenen Bahnstrecke.

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Dieser Lautsprecher gibt automatisch ein Warnsignal, sobald sich ein Zug nähert. Für die Sicherheit der Bauarbeiter auf den Gleisen ist dies unerlässlich.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Ein mehrere Hundert Meter langer, gelber Gleisbauzug arbeitet sich seit vergangenem Sonntag jede Nacht ein kleines Stück weiter auf der Bahnstrecke von Marburg aus in Richtung Niederwalgern vor.

Die Bauarbeiter tauschen dort derzeit 6600 Meter Gleise und 7000 Tonnen Schotter aus - außerdem 2300 Schwellen, wie ein Sprecher der Bahn auf Anfrage der OP mitteilte. „Das gehört zur turnusmäßigen Unterhaltung des Streckennetzes der Deutschen Bahn“, erklärt er weiter.

Die Gleisbauarbeiten sollen voraussichtlich noch bis zum Montag, den 17. Oktober, andauern. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass sich die Arbeiten über diesen Termin hinaus verzögern, sagt der Bahnsprecher.

Gleise werden alle 15 bis 20 Jahre erneuert

Damit die Baustelle den Zugverkehr nicht mehr als nötig beeinträchtigt, arbeitet die Bahn zwischen 20 und 6 Uhr. Trotzdem kommt es tagsüber auf der Strecke hin und wieder zu erheblichen Verspätungen, weil der Verkehr nur eingleisig fahren kann. Der Güterverkehr rollt aber auch nachts. Um die Bauarbeiter vor durchfahrenden Zügen zu warnen, ertönt jedes Mal automatisch ein lautes Signal, bevor sich ein Zug nähert. Insbesondere in Cappel fühlen sich viele Anwohner dadurch gestört. Zahlreiche Anrufer beschwerten sich bei der OP, sie könnten seit Tagen schlecht schlafen.

„Wir haben die Bauarbeiten mit Plakaten an den Bahnhöfen angekündigt. Die direkten Anwohner haben wir außerdem mit Postwurfsendungen informiert und uns für den Lärm entschuldigt“, erklärt der Sprecher. Die Sicherheit der Mitarbeiter an den Gleisen dürfe aber selbstverständlich nicht vernachlässigt werden. Neben dem akustischen Warnsignalen seien dazu auch zahlreiche Gaslampen aufgestellt, die für gute Sicht sorgen.

In welchen Abständen die Bahn ihre Gleise tauscht, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, erklärte der Sprecher. Je nachdem, wie viel Verkehr auf den Gleisen ist, oder ob ein Gleis etwa in einer Kurve liegt, werde das Material unterschiedlich stark belastet. „Im Durchschnitt erneuern wir die Gleise alle 15 bis 20 Jahre.“

von Philipp Lauer

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