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Gleiches Recht für Männer und Frauen

Dr. Wolff‘sche Stiftung Gleiches Recht für Männer und Frauen

Die Dr. Wolff‘sche Stiftung feierte 400-jähriges Bestehen im historischen Rathaussaal.

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Geschäftsführer Thomas Müller (von links), Jürgen Hertlein, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Pianistin Anja Braun-Pfeiffer, Uni-Präsidentin Prof. Katharina Krause, Regierungspräsident Dr. Lars Witteck, Verwalter und Zinsmeister Dietrich Clotz, Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, Oberbürgermeister Egon Vaupel und der Dekan des Kirchenkreises Marburg Burkhard zur Nieden feierten am Samstagmorgen zusammen das 400-jährige Jubiläum der Dr. Wolff’schen Stiftung.

Quelle: Frederik Köller

Marburg. Am 18. Juni 1611 rief der fürstliche Leibarzt und Marburger Medizinprofessor Johannes Wolff die nach ihm benannte Stiftung ins Leben. Seitdem vermietet die Stiftung preiswerten seniorengerechten Wohnraum an ältere Menschen und vergibt Stipendien an bedürftige und begabte Studenten.

Mit mehr als 100 geladenen Gästen aus Politik, Kirche und Öffentlichkeit feierten die Verantwortlichen der Dr. Wolff’schen Stiftung am Samstagmorgen das 400-jährige Bestehen der sozialen Stiftung im historischen Rathaussaal.

Der Verwalter und Zinsmeister der Wolff’schen Stiftung, Dietrich Clotz, begrüßte alle Gäste und betonte, dass die Stiftung noch heute dem sozialen Auftrag folgt, den Johannes Wolff durch sein Testament im Jahre 1611 verfasste.

Den Höhepunkt des Festaktes bildete dann der Rednerbeitrag von Professor Günter Hollenberg, der anlässlich des 400-jährigen Jubiläums eine Festschrift verfasste, in der er den historischen Werdegang der Stiftung von der Gründung bis heute aufzeigt. Hollenberg erklärte den Gästen, dass der fürstliche Leibarzt und Marburger Medizinprofessor Johannes Wolff mit der Gründung der nach ihm selbst benannten Stiftung am 18. Juni 1611 einen lobenswerten, aber nicht ganz einfachen Schritt machte.

Durch sein 44-seitiges Testament vererbte er sein beachtliches Vermögen nicht etwa an seine Familie, sondern gründete gegen den Willen seiner Ehefrau eine soziale Stiftung und beschrieb in seinem Testament penibel, wie mit dem Stiftungsgeld umgegangen werden sollte.

Hollenberg machte in seiner Rede zudem darauf aufmerksam, dass die Wolff’sche Stiftung bereits im 17. Jahrhundert ältere Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht unterstützen wollte. So sollten gleichermaßen Männer und Frauen einen Platz im Hospital der Stiftung erhalten. Dies war zum damaligen Zeitpunkt keine Selbstverständlichkeit.

Hollenberg erklärte, dass die Stiftung seit ihrer Gründung für ältere Menschen tätig ist und dass sie seniorengerechten Wohnraum an ältere Personen aus Marburg und der Umgebung vermietet. Als sozial ausgerichtete Einrichtung werden die Wohnungen dabei vorzugsweise an sozial schwächere Bevölkerungsgruppen vermietet. In den fünf Stiftungshäusern stehen 95 Wohnungen zur Verfügung, in denen zur Zeit knapp einhundert Personen leben. Das Mindestalter liegt dabei bei 60 Jahren.

Darüber hinaus fördert die Dr. Wolff´sche Stiftung evangelische Studierende der Philipps-Universität Marburg. Sie vergibt Stipendien im Rahmen der Regelstudiengänge oder der Promotion, insbesondere an Personen, die keine BAföG-Mittel erhalten und bei denen zugleich auch die Eltern keine Unterstützung leisten können.

Nach dem Festakt im Rathaus fand am Samstag um 14 Uhr noch eine Besichtigung des Stiftungsgeländes am Bachweg sowie um 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Vergangenheit und Zukunft verschiedener Marburger Stiftungen“ statt. Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden am Sonntag von 11 bis 18 Uhr mit dem „Tag der offenen Tür“ auf dem Stiftungsgelände beendet.

von Frederik Köller

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