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Glasfaser-Offensive erreicht Michelbach

Technik Glasfaser-Offensive erreicht Michelbach

Die Stadtwerke starten die Bauarbeiten für das Turbo-Internet im größten Außenstadtteil im April nächsten Jahres.

Michelbach. Im Frühjahr baggert der Energieversorger die Straßen entlang der Häuser im größten Außenstadtteil auf. Das Unternehmens-Ziel: 60 Prozent aller Ortsteil-Bewohner sollen sich für den Turbo-Internetanschluss der Stadtwerke entscheiden. Das wären etwa 350 der 550 Hausan-schlüsse im Stadttteil. 799 Euro kostet es jeden Eigentümer oder Vermieter, ein Glasfaser-Kabel in seine Immobilie legen zu lassen - allerdings spendiert die Stadt Marburg jedem 500 Euro Zuschuss, der bis 31. Oktober diesen Jahres einen Vertrag unterzeichnet.

„Diesen muss man beantragen, dann wird er gewährt. Also reduzieren sich die Kosten auf 299 Euro“, sagt Stefan Koch, Projektleiter. Nach dem Stichtag werde es schrittweise teurer (1099 Euro), das öffentliche Zuschussversprechen falle weg. Das sind die Ergebnisse einer Informations-Veranstaltung im Michelbacher Bürgerhaus, zu der am Mittwochabend 200 Interessenten erschienen waren.

Startklar sollen die Internet- und Festnetzverbindungen ab Oktober 2014 sein. Die Stadtwerke planen für das kommende Jahr einen Coup: Das Unternehmen will den Kunden in den Vetragspaketen auch Kabel-Fernsehen ermöglichen. „Das wird gerade entwickelt“, sagt Koch. Details sind noch unklar, doch nannte er einen möglichen Monatspreis von etwa zehn Euro für das Angebot. Damit würde sich der kommunale Versorger als eine Konkurrenz zu Großkonzernen wie Unitymedia, Telekom und Kabel-Deutschland positionieren.

Bezüglich der ab April 2014 startenden Internet- und Festnetzoffensive gab es aber einige Irritationen im Ort. Anwohner wittern eine Vertrags-Falle.In den Unterlagen sei die Rede von einer verpflichtenden zehnjährigen Laufzeit mit den Stadtwerken. Ob das bedeute, dass man verpflichtet sei zehn Jahre lang die Angebote und Tarife des Anbieters zu nutzen, wollten die Eigentümer wissen. Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne verneinte: „Bei diesem Zeitraum handelt es sich um das eingebaute Röhrchen, den physischen Anschluss selbst. Diesen werden wir zehn Jahre nicht zurückbauen“, sagte er. Das habe „nichts mit einer Dienstleistungs-Verpflichtung, dass sie von uns so lange Leistungen beziehen müssen, zutun“, ergänzte er. Dennoch: Auf das Glasfaser-Netz kann ein anderer Anbieter, etwa die Telekom nicht zugreifen.

Monatlich werden für die Turbo-Internet und Festnetzflatrate 42,50 Euro fällig. Plus Mietgebühr für einen Router. Für eine reine Internetverbindung verlangt der Anbieter 37,50 Euro. „Dutzende Verträge sind hier schon unterschrieben worden“, sagte Kühne. In Bauerbach steht die Glasfaser-Verlegung indes vor dem Abschluss.

von Björn Wisker

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