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Gießen und Marburg wollen Exzellenz

Uni-Initiative Gießen und Marburg wollen Exzellenz

Die Universitäten Marburg und Gießen wollen bei der nächsten Runde der Exzellenzinitiative zusammenarbeiten.

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Gießens Uni-Präsident Professor Joybrato Mukherjee (sitzend, vorne links) und seine Marburger Amtskollegin Professorin Katharina Krause (sitzend daneben) bei der Unterzeichnung der Forschungsallianz, beobachtet von Ex-DFG-Präsident Matthias Kleiner (stehend, von links), Ex-Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Ministerpräsident Volker Bouffier.

Quelle: Archiv

Marburg. Die benachbarten mittelhessischen Hochschulen wollen sich bei der Exzellenzinitiative gemeinsam bewerben. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Vorhaben auf den Weg gebracht: Die benachbarten Universitäten Marburg und Gießen suchten im Zuge ihrer Forschungsallianz nach großen Forschungsverbünden, die jeweils gemeinsam ein schlagkräftiges Team im neuen Rennen um Erfolg in der nächsten Runde der bundesweiten Exzellenzinitiative schicken können.

Bis Januar dieses Jahres erfolgte die Vorauswahl, erläuterte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. So kam es insgesamt zu vier Vorschlägen: Alle vier ausgewählten Gruppen sollten dann jeweils Antragsskizzen entwickeln.

Spätestens im Juni wollen die beiden Universitätsleitungen dann gemeinsam entscheiden, welcher der vier Vorschläge von den Unis Gießen und Marburg gemeinsam eingereicht wird. Dann soll auch entschieden werden, mit wie viel Anträgen die beiden mittelhessischen Hochschulen ins Rennen gehen werden. Nach Angaben der Marburger Uni-Präsidentin sei es denkbar, dass Marburg und Gießen sich mit bis zu vier Projekten bewerben, wie sie auf OP-Anfrage sagte.

Forschungsverbünde mit rund 25 Professoren

Krause wollte bisher aber nicht verraten, aus welchen Forschungsfeldern die Vorschläge für Antragsskizzen stammen. Klar ist aber, dass es größere Forschungsbereiche sein müssen, in denen Gießen und Marburg zusammengenommen Forschungsverbünde mit rund 25 Professoren haben. Zudem wird ein innovatives Forschungsthema gesucht. Nach Informationen der OP könnte es sich bei den vier ­Ideenskizzen um Projekte aus der Medizin und den Lebenswissenschaften, aber auch um zwei Projekte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften handeln. Höchstwahrscheinlich wollen sich die Unis Marburg und Gießen gemeinsam in der Sparte „Exzellenzcluster“ bewerben, die bisher für eine Dauer von fünf bis sechs Jahren mit rund 6,5 Millionen Euro pro Jahr gefördert wurde. Noch sind die Modalitäten der kommenden Runde für die Exzellenzinitiative nicht abschließend geklärt, aber es gibt bereits einen groben Zeitplan. „Ende April wird eine wissenschaftliche Kommission die Beschlüsse zu den Förderrichtlinien fassen“, erklärt die Uni-Präsidentin. Ab Ende Juni sollen dann die Richtlinien bei einer Ministerpräsidenten-Konferenz festgezurrt werden. „Wir rechnen damit, dass dann im Herbst dieses Jahres die Antragsskizzen eingereicht werden sollen“, erläuterte Krause.

Die Präsidentin zeigte sich in der vergangenen Senatssitzung optimistisch, „dass wir gute Ideen und gute Forschergruppen beieinander haben“. Allerdings warnte sie, dass die bundesweite Konkurrenz unter den Universitäten im Rennen um die begehrte und prestigeträchtige millionenschwere Förderung „extrem hart“ sein werde.

Bisher ist die Uni Marburg auf der Landkarte der Exzellenzinitiative nicht verzeichnet. In den ersten drei Förderrunden war die Philipps-Universität mit allen Anträgen durchgefallen. Die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen ist ein 2005/06 erstmals ausgelobtes Förderprogramm in Deutschland. Es lief parallel zur grundlegenden Umstellung des Hochschulwesens auf Bachelor- und Masterstudiengänge im sogenannten Bologna-Prozess an.

Der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft haben die Ezellenzinitiative gemeinsam organisiert. Mit der Exzellenzinitiative sollen der Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbar gemacht werden. Darin war die Universität Gießen erfolgreicher als die Uni Marburg. So warben die Gießener Gelder für eine Internationale Graduiertenschule Kulturwissenschaften ein und erhielten die Finanzierung eines Exzellenzclusters in der Lungenforschung.

von Manfred Hitzeroth

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