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Gewobau will Baulücken schließen

Widerstand gegen Bauvorhaben Gewobau will Baulücken schließen

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau will im Stadtzentrum im kommenden Jahr bis zu 50 neue Sozialwohnungen bauen.

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Im Bauausschuss wurde auch die Planung der Gewobau für ein Projekt in der Poitiersstraße vorgestellt.

Quelle: Grafik: Gewobau

Marburg. Baulücken schließen, zentrumsnah Wohnraum schaffen und den Bedarf an sozialem Wohnungsbau mildern - das sind die Ziele, mit denen die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft antritt. Bauanträge sind laut Auskunft von Philipp Höhn von der Pressestelle der Stadt Marburg noch nicht gestellt. Die Gewobau möchte aber so schnell wie möglich Baurecht herstellen, um möglichst im kommenden Frühjahr bauen zu können. „Sportlich“ nannten Mitglieder im Bauausschuss dieses Ziel.

Wie Gewobau-Prokurist Matthias Knoche bei der öffentlichen Vorstellung der Projekte im Bauausschuss betonte, sind für alle drei Bauprojekte öffentliche Mittel für den sozialen Wohnungsbau beantragt.

- In einer Baulücke am Erlenring, gegenüber dem Erlenring-Center, sollen drei Wohnhäuser entstehen. Vorgesehen sind jeweils drei Stockwerke und ein Staffelgeschoss. Geplant sind acht Wohnungen mit jeweils 47 Quadratmetern Grundfläche, fünf Wohnungen mit 95 Quadratmetern und 3 Wohnungen mit 74 Quadratmetern. Die Wohnungen sollen rollstuhlgerecht und barrierefrei gebaut werden, sagte Knoche.

Die Baukosten beziffert die Gewobau mit rund 3,7 Millionen Euro.

Die Mieten sollen bei 6,50 bis 6,75 Euro pro Quadratmeter liegen; für die kleinen Wohnungen bedeutet dies eine Miete von etwa 450 Euro Warmmiete inklusive Hausreinigung und Basis-Internet. Für die mittelgroßen Wohnungen rechnet die Gewobau mit einer Warmmiete von 700 Euro inklusive Hausreinigung und Basis-Internet, für die fünf großen Wohnungen fallen jeweils etwa 880 Euro Warmmiete inklusive Hausreinigung und Basis-Internet an.

Der Gestaltungsbeirat hat sich mit den Plänen bereits befasst und empfahl, diese Neubauten in einem einfachen, klaren, quadratischen Grundriss zu errichten und auf Rücksprünge in Erdgeschoss und Dachgeschoss zu verzichten. Diesem Votum ist die Gewobau bei ihren bisherigen Planungen gefolgt, sagte Knoche.

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) sagte zum Planungsstand, die Gewobau habe eine informelle Bauvoranfrage gestellt. Sobald ein Bauantrag gestellt ist, könnte der innerhalb von drei Monaten genehmigt werden.

- In der Graf-von-Stauffenberg-Straße plant die Gewobau zwölf mittlere und große Familienwohnungen. Die Planung sieht ein dreigeschossiges Gebäude in Hanglage vor, das drei Wohnungen mit jeweils 47 Quadratmetern, sechs Wohnungen mit jeweils 66 Quadratmetern und 3 Wohnungen mit jeweils 89 Quadratmetern. Die Wohnungen sind barrierefrei, aber nicht rollstuhlgerecht. Die Bausumme soll bei 2,3 Millionen Euro liegen. Auch für dieses Bauprojekt sind Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau beantragt. Die Mieten sollen, so die Vorstellungen der Gewobau, bei 470, 615 und 840 Euro Warmmiete einschließlich Hausreinigung und Basis-Internet liegen. Auch für die Graf-von-Stauffenberg-Straße strebt die Gewobau einen Baubeginn im Frühjahr 2017 an. Anwohner und Ortsbeirat sollen noch im November ausführlich informiert werden. Auch im Falle der Graf-von-Stauffenberg-Straße könnte - ähnlich wie am Erlenring - ohne formellen Bebauungsplan gebaut werden, glaubt Kahle.

Fördermittel sind noch nicht genehmigt

Anders liegt der Fall bei einem Bauvorhaben der Gewobau in der Poitiersstraße. An dem Projekt interessiert ist ein Verein, der dort ein gemeinschaftliches Wohnprojekt umsetzen will. Gegen das Vorhaben gibt es erheblichen Widerstand der Anwohner. Die bis zu 20 Wohneinheiten sollen in drei Geschosse verteilt werden, der Kopfbau zur Straße hin soll gar vier Geschosse haben. Zu viel, kritisierten Nachbarn in der Sitzung des Bauausschusses. Sie kritisieren zudem die mögliche Anlage eines Parkplatzes auf einer Fläche, die heute Grünland ist.

Kahle geht davon aus, dass vor der Umsetzung des Bauvorhabens „nicht unerhebliche Befreiungen“ von den Vorgaben des Bebauungsplans notwendig sind. Die Stadt prüfe in Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium, ob möglicherweise ein neuer Bebauungsplan notwendig sei. In einem solchen Fall wäre mit einem Baubeginn nicht vor Mitte 2018 zu rechnen.

„Wir wollen die Anwohner auf jeden Fall mitnehmen“, sagt Gewobau-Geschäftsführer Bernd Schulte zu dem Konflikt. Kahle betonte, das Projekt werde in jedem Fall noch im Ortsbeirat Weidenhausen vorgestellt. Auch hier sollen die Mieten zwischen 6,50 und 6,75 Euro pro Quadratmeter liegen.

Schulte schränkt aber ein, dass Mittel aus dem Sozialen Wohnungsbau noch bei keinem Projekt genehmigt sind. Bauen will die Gewohbau aber auf alle Fälle: „Selbst wenn wir keine Sozialwohnungen errichten können - auch Wohnungen für den Mittelstand sind in Marburg nachgefragt.“

von Till Conrad

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