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Gewalt-Prozesse am Landgericht starten

Totschlagsdelikte Gewalt-Prozesse am Landgericht starten

In dieser Woche beginnen die Verhandlungen gegen einen Messerstecher, der im Frühjahr 2014 in Cappel seine Schwiegermutter erstochen haben soll sowie gegen einen Partygast, der im August 2014 in der Oberstadt einen Türsteher lebensbedrohlich verletzt haben soll.

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Tatort Moischter Straße: In diesem Mehrfamilienhaus wurde im Frühjahr 2014 eine 51-Jährige getötet. Archivfoto

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Taten haben die Bewohner der Universitätsstadt im vergangenen Jahr erschüttert: Ab Dienstag und Donnerstag (jeweils ab 9 Uhr) stehen laut Prozessplan zwei Angeklagte vor dem Landgericht, die – wie Pressesprecher Dr. Marcus Wilhelm auf OP-Anfrage mitteilt – wegen unterschiedlicher Totschlagsdelikte angeklagt sind.

Während der zum Tatzeitpunkt 22-jährige Türsteher-Angreifer sich an zwei angesetzten Prozesstagen (Dienstag und Mittwoch) wegen versuchten Totschlags verantworten muss, wirft die Staatsanwaltschaft dem damals 23-jährigen Cappeler an drei Verhandlungstagen (ab Donnerstag) Totschlag und weitere Verbrechen vor. Grund: Der Messerstecher soll nicht nur seine 51-jährige Schwiegermutter umgebracht, sondern auch seine Ehefrau sowie den 20-jährigen Schwager verletzt haben.

Beide Prozesse werden nach OP-Informationen von Nebenklägern – Angehörigen der Opfer – begleitet, zum Verhandlungsbeginn sind jeweils acht Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Vorsitzender Richter an allen Verhandlungstagen ist Dr. Carsten Paul.

  • Hintergrund zum Familiendrama in Cappel: Laut Anklage soll soll der Mann am Mittag des 30. Mai 2014 die Wohnung seiner getrennt lebenden Ehefrau – in einem Mehrfamilienhaus in der Moischer Straße – wegen eines Streits über den Verbleib des gemeinsamen Hausrates aufgesucht haben. Dort soll er mit einem Messer die Schwiegermutter getötet haben.
  • Hintergrund zur Attacke vor dem Oberstadt-Klub: Vor dem mittlerweile geschlossenen Klub Desbarado in der Reitgasse wurde in der Nacht zum 3. August ein Türsteher lebensbedrohlich verletzt. Der damals 22-Jährige mutmaßliche Angreifer stach laut Anklage den 30-Jährigen nieder, verletzte zudem einen weiteren Sicherheitsdienst-Mitarbeiter schwer. Der nach Polizeiangaben zum Tatzeitpunkt stark betrunkene Beschuldigte – offenbar Mitglied einer Rockergruppe – wurde vor den Attacken aus dem Klub verwiesen, was das Motiv für die Messerstecherei sein soll.

Info der OP-Redaktion für interessierte Leser: Die Plätze im Zuschauerraum des Schwurgerichtssaals (Raum 101, Landgericht Marburg, Universitätsstraße) sind begrenzt.

von Björn Wisker

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