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Gewächshäuser und Alpinum bleiben

Botanischer Garten Gewächshäuser und Alpinum bleiben

Für das gemeinsame Zukunftskonzept der Universität und der Landesregierung für den Neuen Botanischen Garten sollen zusätzliche Mittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden.

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Gätrtnermeister Heiko Moog steht in einem Schaugewächshaus im Botanischen Garten vor dem außergewöhnlichen Jadewein. Die Gewächshhäuser sollen erhalten und energetisch saniert werden. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Der Marburger Uni-Kanzler Dr. Friedhelm Nonne stellte die wesentlichen Elemente der vom Land Hessen und der Philipps-Universität erarbeiteten Zukunftkonzeption gestern vormittag den Mitarbeitern des Neuen Botanischen Gartens auf den Lahnbergen vor. Gestern nachmittag wurde dann die gemeinsame Pressemitteilung von Uni und Land verschickt.

Im Gespräch mit der OP erläuterte Kanzler Nonne die Grundzüge des Konzeptes: Demnach sollen die Hauptattraktionen wie die Schaugewächshäuser, das Alpinum und der Rhododendrenwald erhalten bleiben. Klar sei aber auch, dass die Pflegeintensität für die Pflanzen im Botanischen Garten geringer werde, betonte Nonne. Zudem soll auch der „zielgruppengerechte Ansatz für die Vermittlung von Biodiversität und Artenschutz weitergeführt werden,

„Die von den Besuchern besonders geschätzten Gewächshäuser werden erhalten und modernisiert“, teilte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) mit. Die energetische Sanierung der Schaugewächshäuser soll zu einer Energie-Einsparung von 20 Prozent und zusammen mit einer Sanierung des Bachlaufs, dessen Wasser derzeit noch in den Boden sickert, zu Einsparungen bei den Betriebskosten von 200000 Euro pro Jahr führen.

Finanziert werden soll die Sanierung mit einem finanziellen Aufwand von zwei Millionen Euro durch Zuschüsse der Landesregierung in Höhe von 1,25 Millionen Euro sowie durch 750000 Euro, die die Universität bereitstellt. Dieses Geld will die Uni zu zwei Dritteln aus Spendengeldern und zu einem Drittel aus Eigenmitteln aufbringen.

Ein weiterer Bestandteil des Zukunftskonzeptes ist die Erneuerung des „überalterten Maschinenparks“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Diese soll dazu dienen, die Reparaturausgaben zu verringern.

Zudem will die Universität künftig auch Mehreinnahmen erzielen, um die Finanzierung des Gartenbetriebs zu sichern. Dies könne durch den Verkauf von Merchandising-Artikeln wie Postkarten oder Broschüren im neu zu gestaltenden Kassenbereich geschehen, erläuterte Kanzler Nonne. Erwogen werde auch eine „moderate Erhöhung der Eintrittspreise“, wobei die Höhe dieser Erhöhung laut Nonne noch nicht klar sei.

Auch die Stadt Marburg wird sich künftig mit 150000 Euro pro Jahr an der Finanzierung des Botanischen Gartens beteiligen, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) bestätigte auf Anfrage der OP, dass der Magistrat dieses grundsätzlich vorhabe. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) würdigte die Bereitschaft der Stadt Marburg, sich für den Botanischen Garten zu engagieren.

Verbunden mit dem langfristigen Zukunftskonzept ist auch ein neuerlicher weiterer Personalabbau. Betriebsbedingte Kündigungen seien jedoch ausgeschlossen, betonte der Uni-Kanzler. Stattdessen solle dies durch „natürliche Fluktuation“ und die Umsetzung von Beschäftigten erreicht werden. Auf Nachfrage der OP sagte Nonne, dass anstelle der jetzt insgesamt knapp mehr als 30 Stellen im Neuen Botanischen Garten nach dem Personalabbau es wohl noch rund 24 Stellen geben werde.

Uni-Personalratsvorsitzende Marianne Tittel betonte auf Anfrage der OP, dass die praktische Umsetzung der Personalreduzierung einen „Kraftakt“ bedeuten werde. „Viele Kollegen arbeiten bereits jetzt am Limit“, sagte Tittel. Prinzipiell sei den Mitarbeitern jetzt aber ein Stein vom Herzen gefallen, weil jetzt nach monatelangem Warten ein Konzept verkündet worden sei.

„Ich freue mich, dass ein Weg gefunden wurde, den Botanischen Garten mit seinen vielfältigen Leistungen zu erhalten und weiterzuentwickeln“, teilte Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause mit.

Freude herrschte auch bei Elisabeth Bohl, der Vorsitzenden des Freundeskreises Botanischer Garten. „Das ist wesentlich besser, als wir erwartet haben“, sagte sie auf OP-Anfrage zum Gesamtkonzezt.

von Manfred Hitzeroth

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