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Geschichtsträchtige Marburger Nacht

Historien-Spektakel Geschichtsträchtige Marburger Nacht

Rund 1200 begeisterte Entdecker bevölkerten am Wochenende die Oberstadt: Die dritte Nacht der verborgenen Geschichte war ein voller Erfolg

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Im Laternenschein wurden die Geheimnisse der Marburger Geschichte beleuchtet.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Ein auffälliges Bild bot sich am vergangenen Freitag- und Samstagabend den Passanten der Marburger Oberstadt. Viele hundert entdeckungsfreudige Wanderer füllten gruppenweise die Straßen und verwinkelten Gassen der Altstadt und erkundeten begeistert die düsteren und geschichtsträchtigen Geheimnisse zwischen Elisabethkirche und Schloss.

Zahlreiche Gästeführer der Stadt geleiteten die begeisterten Entdecker an insgesamt zwölf besondere und teils versteckte Orte Marburgs. Ihre Routen hatten sie erfolgreich geheim gehalten, die Überraschung der Teilnehmer war umso größer. Neben öffentlich zugänglichen Orten wie dem Michelchen, der Lutherischen Pfarrkirche, der Schnapsbrennerei oder der Villa Richartz, führte die Tour auch in Bereiche, welche der Öffentlichkeit nur selten zugänglich und größtenteils unbekannt sind.

So brachten unter anderem der an die Kirche angrenzende Kerner als ehemaliges Beinhaus, die Brunnenkammer an der Wasserscheide oder die düsteren Gefängniszellen des Hexenturms die Gäste ins Staunen. Auf ihren Wegen erlebten sie die Geschichten zahlreicher Marburger Persönlichkeiten und historischer Gebäude. Je näher die Besucher dem Schloss kamen, umso prächtiger wurden die Bauten wie auch die Geschichten. „Das ist typisch für Marburg, je höher die Gesellschaft lebte, desto höher war auch ihr Stand“, erklärte Gästeführerin Silvia Vignoli.

Auf den Spuren Marburger Persönlichkeiten

Pro Abend wanderten rund 600 Besucher durch die Straßen, folgten den Spuren der heiligen Elisabeth, des Deutschen Ordens, des städtischen Adels und zahlreicher bedeutender Marburger Persönlichkeiten. An allen geheimnisumwobenen Orten erwartete die Besucher kurzweilige, liebevoll inszenierte Auftritte zahlreicher Marburger Schauspieler.

Traf man etwa am Michelchen auf einige hungrige, frierende Pilger, die von einer mildtätigen Begine ganz im Zeichen der heiligen Elisabeth gespeist wurden, erwartete die Besucher im Kerner eine historisch bedeutsame Szene, als der Marburger Bürgermeister dem mächtigen Deutschen Orden selbstbewusst das Beinhaus als neues Rathausgebäude streitig machte.

An verschiedenen Stationen verköstigte die Marburger Hotelfachschule die Gäste mit kleinen Delikatessen. So wurde etwa im alten Weinkeller originaler, selbst gepresster Marburger Rebensaft von den Weinbergen am Schloss kredenzt, begleitet von prächtig gewandeten Hofdamen und geschäftstüchtigen Winzern.

Im Lomonossowkeller erlebten die Besucher wiederum in einem beeindruckenden Schauspiel Szenen aus der Marburger Studienzeit des russischen Dichters und Naturwissenschaftlers Michail Wassiljewitsch Lomonossow. Den Gästen gefiel die abwechslungsreiche Wanderung. „Man entdeckt immer wieder etwas Neues, es war ein tolles Erlebnis“, freute sich Marie-Luise Patzer-Kraft. Veranstalter der geschichtsträchtigen Nacht waren die Marburg Tourismus und Marketing GmbH (MTM) sowie der Arbeitskreis der Gästeführer. „Es war sagenhaft, und wir sind mehr als zufrieden“, meinte Doris Autzen von der MTM.

von Ina Tannert

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