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Geschichtsliebhaber stöbern im Staatsarchiv

Ausstellung zu den Themen Mobilität, Luther und Reformationszeit Geschichtsliebhaber stöbern im Staatsarchiv

Hunderte Besucher haben im Staatsarchiv anhand von Schriftstücken und Karten gesehen, wie sich das Thema Mobilität durch die vergangenen Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte gezogen hat.

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Urkunden mit kunstvoller Schrift und alten Siegeln erzählten vom Ablassgeschäft.

Quelle: Patricia Grähling

Marburg. Dokumente aus der Zeit Martin Luthers hinter dicken Vitrinengläsern und farbige Karten aus dem Straßenbau vergangener Jahrhunderte: Rund 500 Besucher schauen sich alte Urkunden an, versuchen Orte auf gezeichneten Karten zu finden oder alte Schriftstücke zu entziffern. Dabei tauchten sie tief in die Geschichte ein – vor allem in die Geschichte der Mobilität.

Unter diesem Motto stand der bundesweite Tag der Archive am Wochenende. „Wir haben zu diesem Thema einiges zu bieten“, sagte Karl Murk, Archivaroberrat. Karten zeigten den Wegebau ab dem späten Mittelalter und zahllose Dokumente berichteten von Flucht und Migration: Die Aufnahme von Glaubensflüchtlingen in der Frühen Neuzeit in Hessen, die Auswanderung nach Amerika im beginnenden 19. Jahrhundert, die Aufnahme Heimatvertriebener nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Ankunft der Gastarbeiter.

Wer die alten Schriften nicht an allen Stellen entziffern konnte, der bekam Hilfe von den Mitarbeitern des Staatsarchivs, die überall im Haus bereitstanden und nicht nur alte Archivalien zeigten, sondern auch über ihre tägliche Arbeit berichteten – und darüber, wie Geschichtsinteressierte selbst das Archiv nutzen können.

Neben der Ausstellung zu Luther und der Reformation und der Präsentationen rund um Ablassurkunden mit Siegeln zog vor allem das Magazin wieder viele Besucher an: „Wir bieten heute mit Führungen einen seltenen Blick hinter die Kulissen“, sagte Murk. „Die Besucher sehen heute viele Dinge, die sie sonst nicht zu sehen bekommen“, sagt Andreas Hedwig, Leiter des Staatsarchivs.

„Wir erreichen ein 
anderes Publikum“

Aber auch die Mitarbeiter des Archivs sehen beim Tag der offenen Tür viele Besucher, die sie sonst nicht zu sehen bekommen: „Vielleicht fünf Prozent der Gäste heute sitzen regelmäßig bei uns im Lesesaal“, sagte Herwig. Gerade zum Aktionstag kämen viele Menschen, die sich zwar für Geschichte interessieren, aber nicht so intensiv mit ihr arbeiten. „Wir erreichen ein anderes Publikum.“

Und oftmals werde auch ein neues Publikum für den Lesesaal und die Heimatforschung geschaffen: „Viele Gäste lassen sich heute für die Möglichkeiten, die unser Archiv bietet, begeistern.“ Murk bestätigte auch, dass es immer wieder neue Heimatforscher gebe. Gerade diese nutzen den Tag, um gezielte Fragen an die Mitarbeiter der Archive zu stellen und sich Tipps für ihre Forschungen zu holen.

Neben dem Staatsarchiv haben sich auch die anderen Marburger Archive, Forschungsstellen und Sammelstellen beteiligt und im Staatsarchiv im Südviertel präsentiert. Im Landgrafensaal des Gebäudes aus der 
Nazi-Zeit standen Mitarbeiter des Herder-Instituts für Fragen bereit, ebenso wie Mitglieder des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde oder der Historischen Kommission Hessen und der Hessische Heimatbund. In der Archivschule gab es eine Lesewerkstatt und ein Bastelprogramm für das eigene Wappen oder den Familienstammbaum.

von Patricia Grähling

 
Ein Blick in Bücher und Briefe aus der Reformationszeit. Foto: Patricia Grähling
 
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