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Geschäftshaus mit Hotel auf dem Dach

Allianzhaus-Pläne Geschäftshaus mit Hotel auf dem Dach

Ein modernes Gebäude, das sich in das Stadtbild integriert: Die Architekten präsentierten ihre Entwürfe für das neue Center und den Umbau des ­Allianzhauses.

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Das Architektur- und Ingenieurbüro Reith, Wehner, Storch aus Fulda hat im Auftrag der Werner-Gruppe Pläne für den grundlegenden Umbau des Allianzhauses vorgestellt und diese Bilder der OP zur Verfügung gestellt. Das obere Bild zeigt die Ansicht von der Universitätsstraße aus, das untere von der Gutenbergstraße. Der flache hellbraune Anbau auf dem Dach ist für ein Hotel vorgesehen.

Marburg. Im Amtsdeutsch ist von einer „Revitalisierung“ die Rede: Das Allianzhaus in der Universitätsstraße/Gutenbergstraße soll so umgestaltet werden, dass es zeitgemäß genutzt werden kann, aber das Stadtbild nicht nachteilig prägt. Die Architekten stellten dem Gestaltungsbeirat der Stadt Marburg in groben Zügen ihre Entwürfe vor - Kritik gab es nicht, im Gegenteil: Die Mitglieder des Beirats lobten die Entwürfe, die „Spaß“ bereiten und „wunderbar“ seien. Die Fassadengestaltung sei besonders gelungen, hieß es.

Bauantrag soll in Kürze gestellt werden

Das Projekt soll nun in Kürze vorangetrieben werden, hofft die Werner-Gruppe, die Bauherr und Investor ist und Gebäude für das Fuldaer Lebensmittelunternehmen Tegut baut. Der in dem Allianzhaus befindliche ­Tegut-Markt wird nach dem Umbau Hauptmieter bleiben (die OP berichtete).

Der Bauantrag soll in Kürze gestellt werden, ob der Baubeginn wie ursprünglich geplant nach den Sommerferien beginnen kann, stehe noch nicht fest. Die Bauherren rechnen mit einer Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren.

Ein Eröffnungstermin sei im Jahr 2018 angestrebt, hatte Klaus Diegelmann, Geschäftsführer der Werner Projektentwicklung GmbH, erklärt. Auf Anfrage der OP sagte er jetzt, dass Details in den nächsten Wochen bekannt werden.

Die Planer rechnen mit einer maximalen Verkaufsfläche von 10000 Quadratmetern. Die frühere Konzeption unter Federführung der Tenkhoff-Gruppe hatte noch 12000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorgesehen.

Die Bausubstanzuntersuchungen hatten bestätigt, dass ein Abriss des gesamten Gebäudes nicht nötig sei. Allerdings seien umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich und die Auf- und Abfahrt zu den Parkgeschossen müsse komplett erneuert werden.

Zwei Zufahrten zum Parkhaus

Auch das ist in der jahrelangen Diskussion um die Zukunft des Allianzhauses neu: Zusätzlich wird das Gesamtgebäude bis an die Ecke Gutenbergstraße/Schulstraße erweitert. Nachdem jahrelang potenzielle Investoren dieses Filetstück nicht erwerben konnten, waren im vergangenen Jahr erforderliche Grunderwerbsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen worden. Die Gewerbefläche der ehemaligen Textil-Reinigung kann zum Beispiel nun in das Konzept integriert werden.

Das Parkhaus im zweiten und dritten Obergeschoss wird zwei Einfahrtszonen erhalten - es werden also zwei Schranken gebaut. „Falls eine mal kaputt geht“, hieß es. So könne man einen Rückstau in der Schulstraße und Gutenbergstraße vermeiden. Von der Gutenbergstraße aus soll es einen Nachtzugang zum Parkhaus geben, dort werde auch ein Parkautomat stehen. Die Ausfahrt erfolgt wie bisher über die Schulstraße.

Im Gestaltungsbeirat machten die Architekten vom Büro Reith, Wehner, Storch aus Fulda deutlich, dass sie insbesondere bei der Fassadengestaltung und bei der Höhenentwicklung des Gebäudes auf die empfindliche städtebauliche Gestalt Marburgs Rücksicht nehmen.

Büroflächen im ersten und zweiten Obergeschaoss

Man wolle „kein helles Beton­skelett“, sondern ein „urbanes“ Gebäude, das freundlich aussehe und benutzerfreundlich sei.

Im Erdgeschoss wird der Tegut-­Markt wieder einziehen. Von der Universitätsstraße und von der Gutenbergstraße aus wird es Zugänge zu den einzelnen Geschäften geben. Jeder Laden wird also seine eigene Hausnummer und Eingangstür in dem Gebäudekomplex haben. Im ersten und zweiten Obergeschoss können Büroflächen vermietet werden. Kunden des Einkaufszentrums können mithilfe einer Rolltreppe in die einzelnen Geschosse gelangen.

In dem Center ist nach den Plänen des Architekturbüros die Unterbringung eines Hotels im Dachgeschoss vorgesehen. Auch von einem Café und von einem Fitnessstudio war im Gestaltungsbeirat die Rede. Über potenzielle Mieter will sich der Investor derzeit nicht äußern. Nach Informationen der OP ist es möglich, dass neben Tegut ein weiterer Ankermieter einzieht.

In dem umgestalteten Center sollen vor allem „mittel­große Ladenflächen“ vermietet werden. Und zwar an Betreiber, die in der Oberstadt nicht vorhanden sind, aber von externen Interessenten stark nachgefragt werden.

Das große Einkaufshaus soll die Geschäfte - und Kundschaft - in der Oberstadt nicht abziehen, sondern noch mehr Menschen und damit Kaufkraft in die Stadtmitte bringen.

von Anna Ntemiris

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