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Gerichtsmedizin identifiziert Knochen

Polizei Gerichtsmedizin identifiziert Knochen

Der im Botanischen Garten gefundene menschliche Knochen ist zugeordnet: Es handelt sich um den Sprunggelenks-
knochen eines damals 63-jährigen Marburgers, der im August 2013 als vermisst gemeldet wurde.

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Ein Fußgänger hat am Donnerstag, 18. Juni, auf den Lahnbergen einen Fuß gefunden. DNA-Tests belegten, dass er zu einem seit 2013 Vermissten gehört.

Quelle: Archiv: Nadine Weigel

Marburg. Das hat die Auswertung von DNA-Spuren nach Polizeiangaben ergeben. Die Ermittler können ein Verbrechen nicht ausschließen, haben jedoch noch keine konkreten Hinweise auf Mord oder Totschlag.

Nach OP-Informationen handelt es sich bei dem Opfer um einen Ingenieur aus Cappel. Zuletzt gesehen haben ihn Familie und Freunde am 2. August 2013, seitdem fehlte von dem Mann trotz polizeilicher Suche jede Spur.
Ende Juni 2014  entdeckten Zeugen im Universitäts-Parkhaus in der Karl-von Frisch-Straße, nahe dem  Haupteingang zum Botanischen Garten, einen mit Staub bedeckten, silberfarbenen Kleinwagen. Dieser gehörte dem Opfer.  
In der nächsten Woche soll eine erneute Suche nach weiteren Leichenteilen in dem Waldgebiet rund um den Botanischen Garten folgen.

 

Die Vorbereitungen dafür laufen, Kräfte der  Bereitschaftspolizei sind angefordert. „Es ist aber ein riesiges Gebiet und wir wissen nicht, ob und wie weit ein Tier den gefundenen Knochen geschleppt haben könnte“, sagt Jürgen Schlick, Polizeisprecher auf OP-Anfrage. Es sei „wohl eher unwahrscheinlich“, dass die Leichenspürhunde nach zwei Jahren noch eine Fährte wittern.

Hintergrund: Zeugen fanden den Knochen, der noch in einem braunen Herrenschuh steckte, am 18. Juni im neuen Botanischen Garten.

Nach der Identifizierung bereitet die Marburger Polizei für die nächste Woche eine große Suche nach weiteren Leichenteilen vor.

Weitere Suche wird kompliziert

„Für das Absuchen des großen Geländes etwa bis runter nach Bauerbach werden wir sehr viele Einsatz­kräfte benötigen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Schlick auf OP-Anfrage. Dafür werden Bereitschaftspolizisten angefordert. Diese müssen ein Gebiet abdecken, das in seiner Nord-Süd-Ausdehnung 16, von Ost nach West drei Kilometer misst.

Weiteres Problem für die anstehende Suche: Bereits an dem gefundenen Sprunggelenksknochen des als Opfer identifizierten, seit August 2013 vermissten Cappelers war kein Gewebe mehr vorhanden. Das deutet auf ein länger zurückliegendes Todesdatum – der genaue Zeitpunkt ist noch unbekannt – hin. Das erschwert für Leichenspürhunde, die zwischen menschlichem und tierischem Gewebe unterscheiden können, das Aufspüren weiterer menschlicher Überreste.

Bisher keine weiteren Funde

„Der Verwesungsgeruch ist dann längst verflogen“, sagt Bärbel Pia Schmerberg, Ausbildungswartin bei den Hundesportfreunden Lahn-Ohm. „Das ist dann sehr spezifisch.“ Bei der Suche nach Vermissten würden oft Gegenstände genommen, die ihnen gehören, und den Hunden an die Nase gehalten. Durch Konditionierung mit Belohnung bei Gelingen werden die Spürhunde darauf abgerichtet, Gerüche zu identifizieren. Bei der hessischen Polizei werden vor allem deutsche und belgische Schäferhunde sowie Riesenschnauzer derart trainiert.

In den vergangenen Tagen waren Polizisten immer wieder mit solch speziell ausgebildeten Diensthunden rund um den Neuen Botanischen Garten unterwegs. Weitere Knochen des Mannes fanden sie nicht. Ersten Indizien zufolge könnte ein Tier den Knochen, der bei seinem Fund noch in einem braunen Schuh steckte, an den Fundort nahe einem Gehweg getragen haben.

Die Vermisstenmeldung des 63-Jährigen wurde im August 2013 in der OP sowie auf www.op-marburg.de und dem Facebook-Kanal veröffentlicht. Sie erreichte im sozialen Netzwerk Facebook mehr als 11 700 Leser.

von Björn Wisker und Peter Gassner

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