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Gericht vertagt Prozess gegen Asylbewerber

Amtsgericht Gericht vertagt Prozess gegen Asylbewerber

Das Nichterscheinen eines Angeklagten und massive Verständigungsprobleme haben gestern den Prozess gegen zwei junge Männer wegen Körperverletzung vor dem Marburger Amtsgericht verhindert

Marburg. Hintergrund sind körperliche Auseinandersetzungen unter Asylbewerbern in Marburg. Die beiden Heranwachsenden sollten sich verantworten, weil sie einen anderen geschlagen haben sollen. Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken zeigte sich erstaunt, dass einer der Männer in Begleitung eines Bekannten kam, der eigener Aussage nach übersetzen wollte. „Die Polizei hat alle Vernehmungen auf Deutsch geführt, deshalb ist kein Dolmetscher geladen worden“, sagte Boesken. Wie der Mann mitteilte, sei der Mitangeklagte zu Hause. Warum er nicht erschienen sei, wisse er nicht.

Deswegen, und weil auch die Zeugen nur gebrochen Deutsch sprachen, setzte Boesken das Verfahren aus. Zu einem neuen Termin sollen dann Übersetzer für einen ordnungsgemäßen Ablauf sorgen.

Zuvor hatte der mutmaßlich Geschädigte noch betont, dass er sich mit dem anwesenden Angeklagten vertragen habe, dieser habe sich auch entschuldigt. Das gelte jedoch nicht für den anderen Mann. „Ich halte ihn für gefährlich für mich“, sagte der Zeuge.

Ein anderer Zeuge monierte, dass in der Unterkunft Menschen aus sehr vielen Nationen zusammenleben müssten, das führe immer wieder zu Konflikten. „Die Situation wird aber auch nicht besser, wenn man sich die Nase einkloppt, denn dann trifft man sich wieder vor Gericht“, mahnte Boesken abschließend.

von Heiko Krause

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