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Gericht prüft Beweisanträge der Verteidigung

Prozess gegen Messerstecher Gericht prüft Beweisanträge der Verteidigung

Der Cappeler Messerstecherprozess wurde am Donnerstag vor dem Landgericht nach dreistündiger Verhandlungsdauer vertagt.

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Der Angeklagte (links vorne) im Gerichtssaal beim Messerstecher-Prozess mit seinen drei Verteidigern.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Ursprünglich waren drei Verhandlungstage angesetzt, doch auch nach dem gestrigen vierten Prozesstag vor dem Marburger Landgericht ist noch kein Ende in Sicht. Zwar hatte der 24-jährige Angeklagte bereits zu Prozessbeginn gestanden, am 30. Mai vergangenen Jahres seine Schwiegermutter in deren Wohnung erstochen sowie seine Ehefrau und deren Bruder mit einem Messer verletzt zu haben.

Insoweit ist die Sachlage eigentlich klar. Nachdem eine Psychologin als Gutachterin ausgeschlossen hatte, dass die Tat im Affekt begangen wurde, könnte anstelle des ursprünglich angeklagten Totschlags auch eine Verurteilung wegen Mordes in Frage kommen.

Vor diesem Hintergrund kam es am Donnerstag noch nicht zum Abschluss des Prozesses mit Plädoyers und Urteil. Denn der kurzfristig hinzugezogene dritte Verteidiger Professor Jürgen Rath stellte sechs Beweisanträge - wie er sagte, auf Bitten der Eltern des Angeklagten. Unter anderem will er Chat-Protokolle verlesen lassen, die beweisen, dass die Ehefrau des Angeklagten die Fürsorge der beiden Töchter vernachlässigte.

Um eine Strafmilderung zu erreichen, will er auch beweisen, dass der Angeklagte die Tatwaffe - ein Keramik-Messer - nicht planvoll mitgenommen hatte, sondern eigentlich für die Renovierung in einem anderen Haus benutzen wollte. Staatsanwalt Nikolai Wolf hielt alle Beweisanträge bis auf einen bereits durch die Beweisaufnahme für erledigt oder sah sie insgesamt als nicht zielführend an.

Die Landgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Dr. Carsten Paul sah aber noch Beratungsbedarf. So wurde der Prozess auf den 13. April vertagt. Keine weitere Aufklärung brachte eine schon einmal im Gerichtssaal vorgeführte, jetzt aber durch Polizei-Spezialisten in Ton- und Bildqualität verbesserte, 28 Sekunden dauernde Videosequenz, die vom Handy des Schwagers des Angeklagten stammt.

von Manfred Hitzeroth

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