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Geodaten sollen für alle zugänglich sein

Datenverarbeitung Geodaten sollen für alle zugänglich sein

Insgesamt 21 Städte und Gemeinden starten mit dem Landkreis ein Projekt zur Datenverarbeitung: Sie wollen eine einheitliche Geodaten-Infrastruktur aufbauen, die etwa Bauleitplanungen vereinfachen soll.

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Die Übergabe des Förderbescheides und der Verträge an die teilnehmenden Kommunen im Landratsamt Marburg.Foto: Grähling

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. In einem einheitlichen Datenformat und auf einem gemeinsamen Server wollen die Städte und Gemeinden des Landkreises ihre Geodaten künftig speichern. Das soll nicht nur Arbeitsabläufe in der Verwaltung vereinfachen, sondern auch durch Synergieeffekte Geld sparen. „Heute liegen bei den einzelnen Kommunen viele Daten vor, aber in unterschiedlichen Datenformaten und Systemen“, erklärt Günter Vaupel, der das Projekt beim Kreis betreut. Das mache viel Arbeit, wenn Kommunen Geodaten austauschen müssten, auch die Aktualität der Daten leide darunter.

Digitalisierung der Daten soll bis 2018 erfolgt sein

„Den Zustand wollen wir aufbrechen“, sagt Vaupel. Konkret bedeute das, dass die Verwaltungen ihre Geodaten in einem einheitlichen Format auf einem Server einspeisen und jeder darauf zugreifen könne - auch interessierte Bürger, sofern der Datenschutz dem nicht entgegensteht. „Das wollen wir in den nächsten fünf Jahren auf die Reihe bekommen“, so Vaupel weiter. „Wir machen uns jetzt auf den Weg und tun mit dem Projekt etwas dafür, unseren ländlichen Landkreis weiter zukunftsfähig auszubauen“, sagt Landrätin Kirsten Fründt.

Viele Bauleitpläne sollen im Zuge des Aufbaus der gemeinsamen Geodaten-Infrastruktur überhaupt erst aus den Schränken der Verwaltungen geholt und digitalisiert werden. Das soll laut Vaupel bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Dann können die Pläne im Internet eingesehen werden. Aber die Ideen reichen schon weiter: So könne auf Basis der gemeinsamen Geodaten-Infrastruktur ein Energiekataster für Gewerbegebiete aufgebaut, ebenso wie der demografische Wandel anhand eines Leerstandskatasters sichtbarer gemacht werden. „Wir generieren einen Mehrwert für alle.“ Weimars Bürgermeister Peter Eidam erklärte als Sprecher der Bürgermeister, dass die gemeinsame Datenbank gerade für kleine Kommunen interessant sei: „Wenn die Bauleitpläne nicht mehr nur in unseren Schränken liegen, sondern auch im Internet abrufbar sind, können die Bürger im Rahmen der Bürgerbeteiligung direkt darauf zugreifen - das nimmt uns in den Verwaltungen sehr viel Arbeit ab.“

Hintergrund für das interkommunale Projekt ist eine EU-Richtlinie. Die verpflichtet alle öffentlichen Stellen dazu, Geodaten mit digitalen Zusatzinformationen zu bestücken und zugänglich im Internet bereitzustellen. Der Landkreis hat daher laut Vaupel bereits 2013 angefangen, das Thema zu diskutieren und in Form der interkommunalen Zusammenarbeit umzusetzen. Mit dabei sind laut Landrätin Fründt alle Städte und Kommunen des Landkreises - mit Ausnahme der Stadt Marburg, die bereits mit einem eigenen Server gut aufgestellt sei.

Durch die Zusammenarbeit der Kommunen mit dem Kreis belaufen sich die Gesamtkosten für die Umsetzung der EU-Regelung auf 270000 Euro. Der Kreis übernimmt 85000 Euro der Kosten, weitere 85000 Euro teilen sich die Kommunen, gemessen an der Einwohnerzahl. Eine Förderung in Höhe von 100000 Euro kommt als Landeszuschuss über das „Kompetenzzentrum für interkommunale Zusammenarbeit in Hessen“. Laut Claus Spandau vom Kompetenzzentrum erhalten Kreis und Kommunen damit die Förderhöchstsumme für solche Projekte.

von Patricia Grähling

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