Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Genug Wohnraum für Flüchtlinge

Jugendherbergen außen vor Genug Wohnraum für Flüchtlinge

Ein Vorstoß des hessischen Landesverbands im Jugendherbergswerk erregt dieser Tage Aufmerksamkeit. Während der kalten Jahreszeit könnten Flüchtlinge in Hessen auch in Jugendherbergen unterkommen, hieß es.

Voriger Artikel
Erzählen und gewinnen: "Wir bei dir - gemeinsam hier"
Nächster Artikel
Gegen die Wegwerfgesellschaft

Zwei Flüchtlinge halten sich in ihrer Unterkunft in Gießen auf. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf steht für die Zuwanderer derzeit genug Wohnraum zur Verfügung, so dass eine Unterbringung in Jugendherbergen über den Winter aktuell nicht diskutiert wird.

Quelle: Boris Roessler

Marburg. „Es geht um die Wintermonate, um die Menschen aus den Zelten zu holen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes des Deutschen Jugendherbergswerks (DJV), Bob Tode. „Ich rechne damit, dass im Herbst Anfragen der Landräte kommen.“ Die Möglichkeiten würden bereits geprüft, Ergebnisse sollen bis Mitte Oktober vorliegen. Extra Platz gemacht werde aber nicht, vielmehr würden freie Kapazitäten genutzt.

Freie Kapazitäten in Jugendherbergen und Freizeitheimen nutzen, um Flüchtlingen eine Unterkunft bieten zu können - diese Option wurde beim Landkreis Marburg-Biedenkopf in den vergangenen Monaten bereits diskutiert, wie Landrätin Kirsten Fründt (SPD) auf Nachfrage dieser Zeitung berichtet. „Aber wir werden auf diese Möglichkeit wohl nicht zurückkommen müssen“, sagte sie und sprach davon, dass neben der Jugendherberge in Biedenkopf auch ein Freizeitheim in Weidenhausen (Stadt Gladenbach) und die vom Landkreis betriebene Freizeit- und Bildungsstätte in Wolfshausen (Weimar) dabei als Optionen gehandelt worden seien.

„Derzeit haben wir genug Wohnraum für Flüchtlinge, den wir bereitstellen können“, sagte die Landrätin und berichtete, dass der Landkreis bis zum Jahresende mit einer Aufnahme von insgesamt 2400 Menschen (aufs ganze Jahr 2015 gesehen) rechnet. „Wenn es dabei bleibt, werden wir gut auskommen mit Wohnraum und müssen nicht auf die Jugendherbergen zurückkommen.“

Doch bleibt Fründt mit ihren Prognosen zurückhaltend. „Anfang des Jahres haben wir schließlich auch nicht damit gerechnet, dass wir bis zu 2400 Menschen aufnehmen.“

Laut Deutschem Jugendherbergswerk sind die Planungen in den Bundesländern unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen würden beispielsweise sechs Herbergen komplett für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Deutschlandweit gibt es nach Angaben des Jugendherbergswerks mehr als 500 Häuser - vielerorts sind diese Unterkünfte in den Wintermonaten nicht ausgebucht und könnten deshalb zumindest vorübergehend als Quartier dienen.

von Carina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr