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Gemeinschaftliche Solaranlagen boomen

Solarbundesliga Gemeinschaftliche Solaranlagen boomen

Viel Potenzial und zu wenig Zuversicht von Seiten der Bürger: So ist die Lage der Solarenergie in Marburg, meinten Experten aus Forschung, Verwaltung, Wirtschaft und Handwerk am Freitag in Marburg.

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Zum Pressegespräch über Solarenergie hatte Bürgermeister Dr. Franz Kahle zahlreiche Experten in das Marburger Rathaus geladen. Foto: Hannah El-Hitami

Marburg. Anlass des Treffens im Marburger Rathaus war die gute diesjährige Position Marburgs in der Solarbundesliga, einer Rangliste der deutschen Städte und Kommunen bezüglich ihrer Solarenergienutzung. Mit dem 17. Platz unter Städten über 50000 Einwohnern habe Marburg es geschafft, viele ähnlich erfolgreiche Städte zu überholen, so Bürgermeister Dr. Franz Kahle.

Dennoch habe er beobachtet, dass immer weniger Anlagen ans Netz gehen, vor allem bei der Photovoltaik. Doch auch bei der viel rentableren Solarthermie sei ein Rückgang festzustellen.

Zwar sei Marburg kein außergewöhnlich sonniger Standort, doch die in der Kernstadt aus Solaranlagen gewonnene Energie liege nur bei der Hälfte des Bundesdurchschnitts von fünf Prozent, bestätigte auch Rainer Kühne von den Stadtwerken: „Da ist noch Luft nach oben.“

Das Problem sieht Helgo Schütze von der Firma Wagner & Co. Solartechnik darin, dass Solarenergie generell einen schlechten Ruf bekommen habe, obwohl sich gerade die Solarthermie für den Nutzer sehr rechne.

Innungsmeister Nils Löser wünscht sich daher eine bessere Aufklärung der Bürger, denn gerade bei Neubauten sehe er oft eine optimale Eignung für Solaranlagen, die jedoch nicht genutzt wird.

Von weitaus positiveren Erfahrungen konnte Volker Klös von der Sonneninitiative Marburg berichten. Der Verein ermöglicht es Bürgern, die über kein geeignetes Dach verfügen, sich an gemeinschaftlichen Solaranlagen zu beteiligen und vom Verkauf der Energie zu profitieren.

Im Jahr 2014 habe man in puncto Interesse und Anlagenzubau alle Rekorde gebrochen. Klös betonte, dass man sich von der Förderpolitik lösen und stattdessen um den Markt bemühen müsse. Denn billiger sei der Solarstrom auf allemal. Immer wirtschaftlicher werde dabei der Direktverkauf an die Mieter des Gebäudes, auf dem die Anlage angebracht ist.

Wer sich in Marburg für Solarenergie oder -thermie interessiert, wird keinesfalls sich selbst überlassen. Bis zu 2750 Euro, also 50 Prozent der Kosten für den Bau der Anlage, können von der Stadt Marburg und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle übernommen werden, erklärte Christoph Jacobi von den Stadtwerken. Mithilfe eines Solarkatasters kann man im Internet prüfen, ob das eigene Haus für Solaranlagen geeignet ist und wie groß eine Anlage zur Komplettversorgung des eigenen Haushaltes sein müsste.

Man müsse die Bürger motivieren, in nachhaltige Werte zu investieren, so Bürgermeister Kahle. Immerhin schaffe Solarenergie aus der Region nicht nur für die Umwelt einen Vorteil, sondern auch Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort.

von Hannah El-Hitami

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