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Gemeinsames Lachen baut auch Hemmungen ab

Lachtag Gemeinsames Lachen baut auch Hemmungen ab

Gestern war der 16. Weltlachtag: Grund genug ­dafür, dass der Marburger Lachyoga-Kurs im Northampton-Park des Marburger Stadtteils Weidenhausen zusammenkam.

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Gemeinsames Lachen ist auch im Freien eine verbindende Sache, wie dieses Bild vom Treffen des Lachyogakurses im Northampton-Park zeigt. Foto: Markus Hergenhan

Marburg. „Kinder lachen etwa 200 bis 300 Mal am Tag, Erwachsene nur noch etwa 15 bis 20 Mal und dabei auch noch meistens falsch.“ Mit diesen Worten bringt der Leiter des Marburger Lachyogakurses, Sven Paul Führle, das Anliegen der Lachyogis auf den Punkt, die sich gestern im Northampton-Park zum 16. Weltlachtag einfanden, auf den Punkt.

Der Mensch, zumindest der Erwachsene, lacht zu wenig und außerdem lacht er nicht tief genug. Denn das eigentlich Problem liegt nach Ansicht des Psychologen in der Art wie wir lachen. „Erwachsene tun es eher humorbasiert, also weil unser Gehirn einen Witz als komisch akzeptiert. Daraus entsteht meistens ein eher kurzes, flaches Lachen. Kinder hingegen lachen viel herzhafter, mit dem ganzen Körper und oft auch ohne, dass es einen konkreten Grund gibt, einfach so“, sagt Führle.

Eben dieses verlorengegangene, befreiende Kinderlachen wollen die Lachyogis wieder erlangen. Dazu gibt es in den Kursen von Führle diverse Bewegungs- und vor allem Atmungsübungen, denn tiefes Lachen ist für den Körper anstrengender als man denkt.

Mehr Frauen besuchen die Lachkurse

„Wenn man tatsächlich drei Minuten am Stück lacht, dann bedeutet das für die komplette Rumpfmuskulatur mehr Belastung, als wenn die Person zum Beispiel in der gleichen Zeit rudern würde“, erklärt Führles Ehefrau Stefania Sechi, die während der Veranstaltung über Tochter Dora (3) wacht.

Die sonst üblichen Bodenübungen des klassischen Yoga sind in den Kursen, die an jedem ersten und dritten Mittwoch eines Monats stattfinden, nicht enthalten. Besucht wird das Angebot von den unterschiedlichsten Menschen. „Wir haben im Schnitt etwas mehr Frauen als Männer und vom Alter her eher Personen über 30, wo sozusagen der berüchtigte Ernst des Lebens richtig anfängt,“ erklärt Führle. Die Resultate sprechen für sich.

Nicht nur die Rumpfstabilität und die Atmung werden durch das regelmäßige, tiefe Lachen verbessert, berichtet Führle. Das höhere Vorkommen an Glückshormonen beuge darüber hinaus Krankheiten vor und könne, wie amerikanische Krankenhäuser in Vergleichsstudien herausgefunden hätten, auch Genesungsprozesse beschleunigen.

Darüber hinaus haben die üblichen Treffen und besonders der Weltlachtag selbst auch eine soziale Komponente.

„Heute finden in über 60 Ländern der Welt solche kostenlosen Lachyogaveranstaltungen statt und wir erleben in den Kursen regelmäßig, wie durch das Lachen und den Blickkontakt bei den Übungen Hemmungen abgebaut werden und Menschen ins Gespräch kommen“, berichtet der Lachkursleiter.

Wer jetzt Lust bekommen hat mit zu lachen, der hat dazu wieder am 7. Mai Gelegenheit. Die Kurse finden im Begegnungszentrum „Auf der Weide“, Auf der Weide 6, von 20 bis 21 Uhr statt und kosten zwischen vier und sieben Euro, die als Gebühr für die Raummiete erhoben werden.

von Markus Hergenhan

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