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Gemeinsam stark für die Menschen

Diakonisches Werk Gemeinsam stark für die Menschen

Helfen, heilen, pflegen, beraten, bilden und begleiten – so fasst die Diakonie im Landkreis ihre Arbeit zusammen. Aus bislang zwei Diakonischen Werken ist dabei inzwischen eins geworden.

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Friedensdorf. Aus zwei mach eins: Zum Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf haben sich die beiden bisherigen Diakonischen Werke im Landkreis, Biedenkopf-Gladenbach sowie Oberhessen, zusammengeschlossen. Seit Jahresbeginn ist das neue Werk landkreisweit an acht Standorten präsent. Ziel ist es, sich gemeinsam stärker für benachteiligte Menschen in der Region einzusetzen.

Mehr als 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von Diakonie und Kirche feierten den erfolgreichen Abschluss des langjährigen Prozesses in der evangelischen Kirche in Friedensdorf. Oberlandeskirchenrat Horst Rühl, Diakoniedezernent der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck und Theologischer Vorstand der Diakonie Hessen, begrüßte den Zusammenschluss. „Eine sichtbare Wirkung in Gesellschaft und Politik macht eine gewisse Größe erforderlich“, sagte Rühl. Als größte Herausforderungen bei dem Prozess der Fusion benannte er die unterschiedlichen Strukturen und Unternehmenskulturen, die viel Geduld und Kompromissbereitschaft erfordert hätten. Rühl hofft, dass eine gegenseitige Wertschätzung dazu beiträgt, die Stärken der beiden Systeme zu wahren und zu nutzen.

Konstruktive Zusammenarbeit gewürdigt

Diakoniepfarrer und Geschäftsführer des neuen Diakonischen Werkes, Ulrich Kling-Böhm, würdigte die Mitarbeiter und alle Prozessbeteiligten für die konstruktive Zusammenarbeit – vor allem  lobte er Helmut Kretz. Der bisherige Leiter des Werkes Biedenkopf-Gladenbach ist dort weiterhin als Koordinator tätig und hat zudem die Fachbereichsleitung Soziales in Marburg übernommen. Joachim Lies, Alt-Präses des Dekanates Gladenbach, erinnerte an einzelne Stationen und auch an Hürden und Stolpersteine, um das gemeinsame Diakonische Werk trotz der Landeskirchengrenze im Landkreis zu schaffen.

Diakoniepfarrer Kling-Böhm verdeutlichte in seiner Predigt: „Kirche ohne Diakonie ist nicht vorstellbar.“ Aufgabe der Diakonie sei es, Menschen vom Rand der Gesellschaft in die Mitte zu holen. „In der Diakonie setzen sich Menschen für Menschen ein.“ Dazu müsse auch jeder lernen, auf die Kräfte des anderen zu vertrauen und sich nicht zu überfordern. Kling-Böhm warb darum, dass Diakonie und Kirche „gelenkig und beweglich bleiben“.  Auch Hans Werner Künkel, Vorstandsmitglied des Sankt-Elisabeth-Vereins und stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Diakonischer Dienste, erklärte: „Der Rahmen ist nur ein Teil. Gelebt wird er von den Menschen, die sich darin bewegen.“

Hilfe in schwierigen Lebenssituationen

Das Diakonische Werk Marburg-Biedenkopf setzt sich für Menschen ein, die in schwierigen Lebensumständen Hilfe benötigen. Dazu gehören neben der allgemeinen kirchlichen Lebens- und Sozialberatung auch die Altenhilfe, die Schwangerenberatung, die Suchtkrankenhilfe, die Wohnungslosenhilfe und die Müttergenesung. Zudem bietet das Diakonische Werk Sachhilfen in den derzeit drei Kleiderläden im Landkreis. In einigen der Arbeitsgebiete gab es bereits vor dem Zusammenschluss eine langjährige, erfolgreiche Kooperation zwischen den beiden Diakonischen Werken im Landkreis.

Mit der Fusion zum Diakonischen Werk Marburg-Biedenkopf wurde mitten im Landkreis die Grenze zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) überschritten. Dazu mussten strukturelle und kulturelle Unterschiede überwunden werden.

Kirchenkreise sind Träger der regionalen Diakonie

Auf Seiten der EKHN war das regionale Diakonische Werk an die Geschäftsstelle der Diakonie Hessen in Frankfurt angebunden und von der Rechtsstruktur ein eingetragener Verein. Dagegen sind auf Seiten der EKKW die Kirchenkreise Marburg und Kirchhain selbst Träger der regionalen Diakonie, die dort als Zweckverband organisiert ist.

Der Zusammenschluss erfolgte innerhalb eines Betriebsübergangs, bei dem die neun hauptamtlich Mitarbeitenden aus der EKHN in das System der EKKW übergeleitet wurden. Träger sind die Kirchenkreise Kirchhain und Marburg sowie das Dekanat Biedenkopf-Gladenbach. Knapp 100 haupt- und nebenberufliche Kräfte und fast 200 Freiwillige engagieren sich in dem neuen Werk.

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