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Marburg

Gemeinsam im Kampf gegen Krebs

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, dann brauchen auch die Eltern und die Geschwister psychologische Betreuung.

Das gemeinsame Gespräch in großer Runde ist wichtig: Peter Becker (links) und Edith Martin (rechts, beide Elterninitiative für krebskranke Kinder) im Gespräch mit (ab Zweiter von links) Stationspfleger Karl Kreh, Psychologin SilkeThomsen, Pädagogin Marion Gründel und Martina Fischer, Mutter eines verstorbenen Patienten der Kinderkrebsstation des Marburger Uni-Klinikums.

© Manfred Hitzeroth

Marburg. Als Martina Fischer im Jahr 2009 erfuhr, dass ihr damals 13-jähriger Sohn Louis einen bösartigen Hirnturmor hatte, war diese Diagnose für sie schwer zu verkraften.

Für Louis und seine Eltern, aber auch für seine beiden Schwestern begann nun eine Zeit voller Hoffen und Bangen, die an den Nerven aller Familienmitglieder zerrte und den Alltag von einem Tag auf den anderen vollständig änderte.

Bald stellte sich heraus, dass Louis operiert werden musste – und zwar im Uni-Klinikum in Marburg.  Es schlossen sich Bestrahlungen und weitere Therapien an – alles mit dem Ziel, die lebensbedrohliche Krebserkrankung aufzuhalten und den Tod des Jungen zu verhindern.

Auf der Kinderkrebsstation kümmerten sich neben den Ärzten und dem Pflegeteam bald auch die Diplom-Pädagogin und Fachkinderkrankenschwester Marion Gründel sowie die Diplom-Psychologin Silke Thomsen um die Fischers. Beide werden seit Herbst 2009 von der Eltern-Initiative für leukämie- und tumorkranke Kinder bezahlt. „Dieses Projekt war überfällig“, meint Peter Becker, der stellvertretende Vorsitzende der Elterninitiative.

Silke Thomsen hat eine halbe Stelle und ist als Ansprechpartnerin für die Patienten und deren Familien in der Station präsent. Die Psychologin versucht dabei, von Anfang an auf die Familien zuzugehen und ihre Hilfe anzubieten.

In dieser Zeit erfüllte auch Marion Gründel (ganze Stelle) eine wichtige Aufgabe als Helferin im Familienalltag und als Bindeglied zwischen der Klinik und dem familiären Umfeld.

Rund 200.000 Euro pro Jahr gibt die auf Spenden angewiesene Elterninitiative pro Jahr aus. Damit werden nicht nur die anderthalb Stellen für die psychosoziale Betreuung, sondern auch weiteres zusätzliche Hilfspersonal in der Kinderonkologie sowie Sachausgaben finanziert.
Information: www.elterninitiative-kinderkrebs-marburg.de

von Manfred Hitzeroth

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