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Gemeinsam für die Patientenversorgung

Kreispolitik Gemeinsam für die Patientenversorgung

Erst gab es vier, dann nur noch drei, dann eine - und zum Schluss (zu bestimmten Zeiten) gar keine Notdienstzentrale mehr im Landkreis. So beschreibt es die Fraktion von Die Linke.

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Beim neuen Ärztlichen Notdienst im Diakoniekrankenhaus in Wehrda sollen ab 1. April auch nachts die Pforten schließen. Die Kreispolitik will etwas gegen die Verschlechterung der Patientenversorgung im Landkreis tun.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen plant, ab dem 1. April 2015 den Notdienst, die ärztliche Versorgung der Bevölkerung in den sprechstundenfreien Zeiten, weiter einzuschränken. Dies hatte die Koalition aus SPD und CDU, Bündnis 90/Die Grünen sowie Die Linke, veranlasst, zur Kreistagssitzung am Freitag Anträge zur Sicherung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes zu stellen. Mit den Anträgen befasste sich nun bereits der Hauptausschuss.

Und zum Schluss gab es zu bestimmten Zeiten gar keine Notdienstzentrale mehr im Landkreis, beschreibt Die Linke in ihrem Antrag die Entwicklung von einer ehemals dezentralen Versorgung im Landkreis hin zur Bündelung in nur einer Zentrale, die nun nachts schließen soll. Der ärztliche Bereitschaftsdienst im Landkreis ist schon jetzt wochentags ab 23 Uhr nicht mehr besetzt, ab dem 1. April soll auch die Nachtschicht am Wochenende in der Zentrale beim Diakoniekrankenhaus Wehrda entfallen, sodass Patienten auf einen Anruf in einer der nur noch zwei Rufzentralen für ganz Hessen angewiesen wären, führen die Grünen aus. In mindestens einem Fall sei diese Zentrale schon über mehrere Stunden nicht erreichbar gewesen.

In der Antragsbegründung der Koalition heißt es, dass mit dem eingeschränkten Zugang zum ärztlichen Notdienst mit nur noch einer einzigen Anlaufstelle im gesamten Landkreis und auch noch eingeschränkten Öffnungszeiten eine höhere Frequentierung der Notfallaufnahmen der Krankenhäuser zu erwarten sei. Dafür müssten diese entsprechend ausgestattet und vergütet werden.

Einstimmige Beschlussempfehlung: ambulante medizinische Versorgung sicherstellen

Die drei Anträge wurden unter dem Titel „Medizinische ambulante Notfallversorgung im Landkreis sicherstellen - Kein Sparmodell auf dem Rücken der Patientinnen und Patienten“ zusammengefasst und erhielten im Haupt- und Finanzausschuss am Montag eine einstimmige Beschlussempfehlung.

Die KV wird darin aufgefordert, die ambulante medizinische Versorgung der Menschen in Marburg-Biedenkopf an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr sicherzustellen. Sofern die KV dazu nicht in der Lage sei, müssten die im Landkreis ansässigen Krankenhäuser diese Aufgabe übernehmen können und zumindest für Zeiten, in denen der vertragsärztliche Notdienst eingestellt wird, die gleichen Abrechnungsmöglichkeiten erhalten wie dieser. Kann die Versorgung nicht gewährleistet werden, soll das für die Aufsicht zuständige Hessische Sozialministerium eingeschaltet werden.

Zudem schließt sich der Kreistag der Forderung des Landkreistages an, dass Rettungsdienststellen und ärztlicher Notdienst zusammengeführt werden sollen. Der Kreisausschuss erhält den Auftrag, einen Bericht über den ärztlichen Bereitschaftsdienst hinsichtlich Verfügbarkeit, Wartezeiten sowie Inanspruchnahme und Veränderungen seit der Neuordnung vom 1. April 2014 zu erstellen.

von Manfred Schubert

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