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Gemeinsam Musik hören ist entspannend

Mittel gegen Stress Gemeinsam Musik hören ist entspannend

Musikhören in Gemeinschaft vermindert das Stressempfinden. Das hat ein Team um den Marburger Psychologie-Professor Urs Nater in einer wissenschaftlichen Studie nachgewiesen.

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Sie hören gemeinsam Musik und haben Spaß dabei: Junge Konzertbesucher genossen im Jahr 2013 beim Festival „Rock am Ring“ ein spezielles Gemeinschaftserlebnis der Musik.

Quelle: Thomas Frey

Marburg. Das hört sich entspannt an: Musik mindert Stress besonders effektiv, wenn sie in Gesellschaft anderer konsumiert wird - das zeigen Psychologen der Philipps-Universität anhand einer Feldstudie. Das Team um Professor Dr. Urs Nater veröffentlicht seine Ergebnisse in der Oktober-Ausgabe der Fachzeitschrift „Psychoneuroendocrinology“, wie die Pressestelle der Marburger Universität jetzt mitteilte.

„Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass Musikhören hilft, Stress abzubauen“, erläutert Seniorautor Urs Nater, der das „Music & Health Lab“ (Musik-und Gesundheitslabor) an der Philipps-Universität leitet. „Aber diese Untersuchungen gehen entweder nicht auf die zugrunde liegenden, physiologischen Mechanismen ein oder sie wurden in einer Laborumgebung durchgeführt. Wir haben nun erstmals in einer natürlichen Umgebung erforscht, wie Musikhören auf das Stresserleben wirkt, wenn andere anwesend sind.“

Erhöht die Anwesenheit anderer den stressvermindernden Effekt von Musik? Um das herauszufinden, befragten Nater und seine Mitarbeiterinnen 53 Versuchsteilnehmer eine Woche lang mehrmals täglich zu ihren Hörgewohnheiten und ihrem Stressgefühl.

Stressanzeiger: Hormon Cortisol

Zudem untersuchte das Team den Speichel der Probandinnen und Probanden, indem es unter anderem die Konzentration des Hormons Cortisol maß, das als Stressanzeiger gilt. Das Ergebnis der Forschungen: Während Musikhören als solches den Stress nicht verringert, führt Musikgenuss in Anwesenheit von anderen dazu, dass das subjektive Stressgefühl sinkt. Mehr noch: Auch die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol vermindert sich, wenn man Musik in Gemeinschaft konsumiert.

Dagegen reduzierte sich der Stress der Versuchsteilnehmenden nicht, sofern sie alleine Musik hörten - außer, sie taten dies explizit mit dem Vorsatz, zu entspannen.

„Welchen Effekt Musikhören hat, hängt in unserem Alltag davon ab, ob andere anwesend sind oder nicht“, fasst Studienleiter Urs Nater die Ergebnisse der Studie zusammen. „In Gemeinschaft verstärkt sich der stressmindernde Effekt des Musikkonsums, unabhängig davon, ob man Musik zu diesem Zweck hört oder nicht.“

Der aus der Schweiz stammende gebürtige Züricher Urs Nater ist seit Anfang 2011 Professor für Klinische Biopsychologie am Fachbereich Psychologie der Uni Marburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die experimentelle Stressforschung sowie die Entwicklung von Methoden der Stressmessung.

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