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Gelungene Zeitreise in das Jahr der Gründung

Offenes Landratsamt Gelungene Zeitreise in das Jahr der Gründung

Mit einem äußerst vielfältigen und attraktiven Programm feierte der Landkreis sein 40-jähriges Bestehen und führte die Besucher auf vielerlei Weise in das Jahr 1974 zurück.

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Die Jazztanzgruppe des TV 04 Wallau führte beim Tag des offenen Kreishauses einen Discotanz im Look der 70er auf.

Quelle: Manfred Schubert

Cappel. So unterhaltsam war es in der und um die Kreisverwaltung wohl noch nie zugegangen. Viele Besucher waren begeistert, manche forderten sogar, man sollte doch regelmäßig so einen „Tag der offenen Tür“ veranstalten, wie er jetzt erstmals stattfand. Mit solch einem Organisationsaufwand wie jetzt zum 40. Geburtstag des Landkreises dürfte es aber frühestens zum 50. wieder zugehen.

Vier eng bedruckte Din-A4-Seiten umfasste die detaillierte Angebotsübersicht; alles zu besichtigen und die zahlreichen Mitmachangebote zu nutzen, war kaum zu schaffen. Einige der aufwendigsten Programmpunkte wurden mehrfach vorgeführt, wie die sehr gelungene Modenschau.

Friseur-Azubis präsentieren Mode der 70er

Im Kreistagssitzungssaal präsentierten Schülerinnen und ein Schüler der Adolf-Reichwein-Schule im Bereich Friseurhandwerk sowie einige Auszubildende der Kreisverwaltung Mode der 1970er Jahre. Aus über 200 von Bewohnern des Landkreises zur Verfügung gestellten Kleidungsstücken waren 41 Outfits zu den Themen Haushalt, Sonntagsspaziergang, Abendgarderobe und Hochzeit zusammengestellt worden, die die Models dem Publikum zeigten. Hartmut Reiße moderierte die Schau humorvoll. Er fand die damaligen Haushaltskittel beispielsweise wesentlich mehr sexy als die Strickmode der 1970er Jahre, bei der damals kaum ein Mann den Frauen hinterhergeguckt hätte.

Ebenfalls humorvoll mit viel Selbstironie ging es bei der Inszenierung von drei Bewerbungsgesprächen der Jahre 1974, 1984 und heute durch Mitarbeiter des Kreisjobcenters zu. 1974 wurde die eine Arbeit suchende Ehefrau von ihrem Ehemann und dem Vermittler nicht ernst genommen. Sie ließen sie nicht zu Wort kommen und verpassten ihr letztlich über ihren Kopf hinweg eine Stelle beim Bäcker. Der Arbeitsvermittler musste im Bewerbungsgespräch 1984 schnell seine Vorurteile gegen Punker „Skunk“ über Bord werfen und zeigte sich von dessen Computerkenntnissen überfordert, deren Wert er völlig verkannte, woraufhin er ihm eine Stelle auf dem Bau vorschlug,. Heute saß dann eine Arbeitsvermittlerin der allein erziehenden Tochter der Frau vom 1974er Gespräch gegenüber, deren Mutter sich mit dem Bäcker zusammengetan und 20 Filialen im Kreis aufgebaut hatte.

Tanzvorführungen und Live-Musik

In Vitrinen weckten zahlreiche Gegenstände aus der Zeit um 1974 Erinnerungen, außen präsentierten sich etwa 25 von 40 im Landkreis zugelassenen Fahrzeugen aus dem Jahre 1974.

Tanzvorführungen sowie Live-Musik gab es von der Wohrataler Blasmusik, dem Hinterland Jazz Orchestra, den Jagdhornbläsern und zur Eröffnung vom Blechbläserensemble der Kreisverwaltung, in dem Landrätin Kirsten Fründt auf der Querflöte mitspielte. Passenderweise das WM-Lied von 1974 „Fußball ist unser Leben“.

Die Büros in der Verwaltung standen offen, darunter das von Landrätin Kirsten Fründt, die die Besucher auf den schönen Blick von Gießen bis zum Marburger Schloss aufmerksam machte. Ihre persönlich unterschriebenen Autogrammkarten waren, insbesondere bei ihren Mitarbeiterinnen, sehr beliebte Mitnehmsel.

von Manfred Schubert

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