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Geldstrafe für pöbelnden Taxifahrer

Urteil Geldstrafe für pöbelnden Taxifahrer

Weil er mehrere Auseinandersetzungen mit anderen Verkehrsteilnehmern provoziert und einem Mann ins Gesicht geschlagen hatte, wurde ein Taxifahrer zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Einer der Tatorte war der Taxistand vor dem Marburger Hauptbahnhof.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Am zweiten Verhandlungstag bestätigten mehrere weitere Zeugen die Annahmen der Anklage. Für sein aufbrausendes Verhalten erhielt der Berufskraftfahrer aus dem Ostkreis eine Geldstrafe in Höhe von 480 Euro.

Mitte vergangenen Jahres war es zu einem Streit zwischen dem Angeklagten und einem anderen Verkehrsteilnehmer am Hauptbahnhof gekommen, in dessen Verlauf der in seinem Taxi sitzende Beschuldigte seinem Gegenüber einmal ins Gesicht schlug. Während der Geschädigte seinen Kopf in Richtung des anderen Mannes streckte, habe dieser „aus dem Fenster heraus zugeschlagen“, erinnerte sich ein weiterer Augenzeuge, der den lautstarken Streit aus einiger Entfernung verfolgt hatte.

Der Angriff erschien dem Zeugen wie eine Reaktion auf eine eventuelle Provokation. Dass es zu einem verbalen Streit wegen einer Verkehrsbehinderung gekommen war, bestätigte der Angeklagte gegenüber der hinzugerufenen Polizei, körperlich angegriffen habe er den anderen jedoch nicht, hatte der Beschuldigte mehrfach betont.

Die ursprüngliche Annahme der Anklage, dass der Täter mit der Faust massiv zugeschlagen hatte, konnte vor Gericht nicht bewiesen werden. Strafrichterin Ina-Nadine Bernshausen ging demnach von einem einfachen Schlag mit der flachen Hand aus. Auch die einige Wochen später stattfindende Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und zwei Sanitätern am Diakoniekrankenhaus in Wehrda sah das Gericht als erwiesen an.

Weil er mit seinem Taxi die Rettungszufahrt der Klinik behindert hatte, brach ein Streit zwischen den blockierten Rettungskräften und dem uneinsichtigen Fahrer aus, währenddessen der Mann die beiden Sanitäter massiv beschimpfte.

Angeklagter wegen Betruges vorbestraft

Bis zuletzt bestritt der Taxifahrer seine Schuld in beiden Anklagepunkten. Weder habe er zugeschlagen, noch wüste Beleidigungen ausgestoßen, hatte der 62-Jährige mehrfach betont. Auch Verteidiger Adrian Gotthold hatte auf widersprüchliche Angaben innerhalb der polizeilichen wie gerichtlichen Aussagen der Zeugen hingewiesen.

Eine während der Verhandlung diskutierte Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage lehnte die Verteidigung ab. Der 62-Jährige stand zudem nicht zum ersten Mal vor Gericht, wurde bereits wegen Betruges verurteilt, einschlägig vorbestraft ist er jedoch nicht. Richterin Bernshausen sah die Anklage schließlich als bestätigt an und verurteilte den Angeklagten wegen Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 12 Euro, insgesamt 480 Euro.

von Ina Tannert

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