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Geldstrafe für Trunkenheit am Steuer

Prozess Geldstrafe für Trunkenheit am Steuer

Weil er seine morgendliche Zeitung mit dem Auto unter erheblichem Alkoholeinfluss geholt hat, ist ein 51-jähriger Marburger vom Amtsgericht Marburg wegen fahrlässiger Trunkenheit am Steuer zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Marburg. „Bei meinem Alkoholzustand gibt es nichts zu beschönigen“, betonte der geständige Angeklagte nach Verlesung der Anklageschrift. Es kommt mir jetzt aber deutlich mehr vor“, sagte er zum ermittelten Blutalkoholwert, der eine Stunde nach der Fahrt laut Gutachten bei 1,68 Promille lag.

Er habe tags zuvor bis etwa 21 Uhr noch zu Hause gearbeitet. „Ich brauche dann immer etwas, um runterzukommen“, so der Marburger. Deshalb habe er bis in die Nacht hinein noch etwa eine halbe Flasche Wodka getrunken. Es stimme, dass er dann am 28. April dieses Jahres morgens gegen 7 Uhr den kurzen Weg zu einer Tankstelle mit dem Auto zurückgelegt habe. Dort habe er sich die Zeitung und noch zwei kleine Flaschen Schnaps gekauft. Dann sei er wieder nach Hause gefahren.

Tankstellenmitarbeiter ruft die Polizei

Wie Strafrichter Dirk Schauß berichtete, hat der Mitarbeiter der Tankstelle die Polizei gerufen, weil er den Zustand des 51-Jährigen bemerkt habe. Diese habe den Angeklagten dann in seiner Wohnung angetroffen. Wie ein Beamter mitteilte, hatte auf dem Tisch ein Glas mit einem Mixgetränk gestanden, man sei daher von einem „Nachtrunk“ ausgegangen und habe deshalb zwei Blutentnahmen in einigem Abstand angeordnet.

Schauß hob hervor, dass die Kurve eindeutig sinke. Hätte der Angeklagte zu Hause noch erhebliche Mengen Alkohol konsumiert, wäre dies nicht der Fall. Zu seinen Gunsten gehe das Gericht aber von einem geringeren Wert von bis zu 1,5 Promille aus. Die absolute Fahruntüchtigkeit sei mit mehr als 1,1 Promille aber gegeben. „Insgesamt ist das eher gut für Sie“, so der Richter in der Urteilsbegründung. Denn nach Abschluss der Führerscheinsperre könne er die Fahrerlaubnis ohne Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), dem sogenannten Idiotentest, wieder beantragen, denn dafür liege die Grenze bei 1,6 Promille.

Urteil: 35 Tagessätzevon insgesamt 700 Euro

Schauß verurteilte den Angeklagten letztendlich zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen von insgesamt 700 Euro. Die Sperre wurde auf weitere vier Monate festgesetzt, das reiche, weil der Führerschein bereits seit mehr als sieben Monaten weg sei. Abschließend mahnte Schauß den Mann eindringlich, den eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen. „Jemand, der keinen Alkohol gewöhnt ist, der liegt nur noch auf dem Boden.“ Der 51-Jährige ist laut eigenen Angaben inzwischen trockener Alkoholiker, er trinke nicht mehr und sei in psychologischer Behandlung. Den Richterspruch akzeptierte er und verzichtete auf Rechtsmittel.

von Heiko Krause

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