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Geldstrafe für Drängler

1 200 Euro wegen Nötigung Geldstrafe für Drängler

Weil er andere Fahrer auf der Bundesstraße 3 gefährlich bedrängt hatte, ist ein Mann aus dem Wetteraukreis wegen zweifacher Nötigung verurteilt worden.

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Weil er eine Fahrerin auf der B 3 massiv bedrängt haben soll, ist ein Autofahrer zu einer Geldstrafe und einem Monat Fahrverbot verurteilt worden.

Quelle: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Marburg. Gefährliche Überholmanöver, mehrfache Betätigung der Lichthupe, Ausbremsen anderer Wagen und Beleidigung der Fahrer. Bereits am ersten Verhandlungstag Anfang des Monats versuchte das Gericht die genauen Vorfälle auf der Bundestraße 3 (B 3) zwischen Gießen und Marburg zu klären (die OP berichtete).

Am zweiten Verhandlungstag sagte nun auch die Hauptzeugin vor Gericht aus. Sie fuhr im Juni vergangenen Jahres auf der B 3 in Richtung Marburg. Nahe Staufenberg überholte die Frau eine Lkw-Kolonne. Während des Überholvorgangs tauchte hinter ihr das Fahrzeug des Angeklagten auf. Der Fahrer fuhr dicht an sie heran und betätigte die Lichthupe. „Ich dachte es sei ein typischer Drängler, ich war ihm wohl nicht schnell genug“, sagte die Zeugin. Wieder auf der rechten Spur fuhr das zweite Auto eine Zeitlang dicht hinter ihr. Schließlich überholte der Fahrer die Zeugin, setzte sich vor sie, bremste stark ab und verringerte immer mehr seine Geschwindigkeit. „Ich bekam Panik“, so die Geschädigte, „und scherte schließlich auf die linke Spur aus, um der Situation zu entkommen.“ Daraufhin beschleunigte das andere Fahrzeug, sodass sie nicht überholen konnte.

Zeugin fühlt sich bedroht

Die Frau ließ sich zurückfallen und wich schließlich auf den Standstreifen aus, auf dem sie sehr langsam weiter fuhr. Der Angeklagte folgte ihr. „Ich habe mich nicht nur genötigt, sondern bedroht gefühlt“, so die Zeugin. Kurze Zeit später kam der Kollege der Frau, mit dem sie bis dahin im Konvoi zu einem beruflichen Termin unterwegs war, dazu und fuhr neben dem Beschuldigten. Es kam zu einigen, teilweise beleidigenden Gesten des Angeklagten. Wie auch der erste Zeuge am vorherigen Verhandlungstag ausgesagt hatte, verließ der Angeklagte schließlich die B 3 über die Ausfahrt Marburg-Mitte, nachdem er festgestellt hatte, dass die beiden sich kannten, vermutete die Geschädigte.
Im Laufe der Verhandlung, erklärte sich der Angeklagte schließlich bereit, ebenfalls Angaben zur Sache zu machen. Er bestritt die Anklage und stellte die Situation anders dar. Während er versuchte, die Lkw-Kolonne mitsamt den beiden dahinter fahrenden Wagen der Zeugen zu überholen, scherte plötzlich die Geschädigte aus, ohne den Blinker zu betätigen. Der Angeklagte musste nach eigener Aussage so scharf abbremsen, dass das Antiblockier-system seines Autos ansprang.

Angeklagter: Das Ganze  ist ein Missverständnis

Er habe dann aus Reflex die Lichthupe betätigt. Später überholte er die Frau, fuhr dann irgendwann langsamer, da er von den fest installierten Radargeräten bei Marburg wusste. Der Kollege kam dazu, hätte ihn durch mehrere Gesten beleidigt und versucht ihn zu fotografieren. Der Angeklagte gab an, er habe versucht, die anderen Fahrer auf die Radarfallen aufmerksam zu machen. Das Ganze sei ein Missverständnis. Von einem Ausweichen auf den Seitenstreifen habe er nichts mitbekommen. Er sei schließlich bei der Ausfahrt Marburg-Süd, nicht -Mitte von der Schnellstraße gefahren.

Eine eindeutige Klärung der Ereignisse konnte vor dem Amtsgericht nicht ganz erreicht werden. Drei verschiedene Perspektiven der ein Jahr zurück liegenden Vorfälle erschwerten eine genaue Rekonstruktion. Das Gericht war schließlich von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Richterin Isabelle Rojahn verurteilte den Mann wegen Nötigung in zwei Fällen zu einer Geldstrafe von 1 200 Euro sowie einem Monat Fahrverbot.

von Ina Tannert

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