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Geldsegen für heimische Kommunen

Dorf- und Regionalentwicklung Geldsegen für heimische Kommunen

Geld für neue Projekte: Von Fördermitteln der Europäischen Union und des Landes profitieren Ebsdorfergrund, Weimar, Münchhausen, Steffenberg, Gladenbach sowie an die Tour GmbH Marburg-Biedenkopf.

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Vertreter aus den Kommunen nahmen die Förderbescheide im Kreishaus aus den Händen von Landrat Robert Fischbach (links) entgegen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Geldsegen für Kommunen im Landkreis: Landrat Robert Fischbach übergab Förderbescheide in Höhe von mehr als 350000 Euro an Bürgermeister und Vertreter von Institutionen. Bei der Förderung stehen Projekte der Dorferneuerung und Regionalentwicklung im Vordergrund. Der Landrat sprach von wichtigen Vorhaben, um „um dörfliche Strukturen zu erhalten und die Attraktivität der Region gezielt zu fördern.

Die Gemeinde Ebsdorfergrund freute sich über gleich zwei Förderbescheide: Zunächst gab es 1890 Euro für ein Projekt im Ortsteil Wittelsberg. Dort soll einer neuer Beratervertrag für städtebauliche Beratung abgeschlossen werden. Die Beratung soll bei Fragen im Fördergebiet in städtebaulicher, gestalterischer oder landschaftsplanerischer Hinsicht Hilfestellung leisten. Das Gesamtprojekt ist mit 3000 Euro veranschlagt, wovon 2521 Euro förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 75 Prozent.

Für die Region Marburger Land erhält die Gemeinde Ebsdorfergrund zudem Fördermittel in Höhe von 64466 Euro. Mit diesem Geld soll die Markierung und Ausstattung einer Abzweigung am Hugenotten- und Waldenserpfad in Angriff genommen werden. Der Abzweig bindet den Frauenberg an die Route an. Ein Schwerpunkt der Förderung liegt dabei auf der Umgestaltung des alten Friedhofs in Beltershausen zu einem „Sinnesgarten“. Die Gesamtkosten liegen bei 102000 Euro, wovon 85984 Euro förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 75 Prozent. „Der Bescheid kommt gleich vier Kommunen zugute. Um Bagatellgrenzen zu überwinden, haben wir die Antragstellung übernommen“, erläuterte Bürgermeister Andreas Schulz.

Mit Fördergeldern in Höhe von 6319 Euro kann die Gemeinde Weimar die Kulturstätten Alte Kirche in Niederweimar und die Landsynagoge in Roth aufwerten. In der Alten Kirche soll ein neues Beleuchtungssystem installiert werden, zudem soll der Innenraum renoviert werden. Gefördert wird mit dem Geld auch das Verlegen von „Stolpersteinen“ vor den Gebäuden ehemaliger jüdischer Mitbürger durch den Künstler Gunter Demnig (die OP berichtete).

Neue Parkplätze für die Autos von Kanufahrern

Zur Vertiefung des Themas soll eine Broschüre erstellt werden, die Informationen über jede einzelne Familie und jeden Verfolgten sowie zur Entwicklung der jüdischen Ansiedlung in Roth, zur Geschichte des Friedhofs und der Synagoge enthält - auch in englischer Sprache.

Am stark frequentierten Lahn-Radwanderweg soll außerdem eine Informationstafel aufgestellt werden, die auf die kulturellen Zeugnisse des ländlichen Judentums in Roth hinweist. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 10743 Euro, wovon 9028 Euro förderfähig sind. Das Projekt wird zu 70 Prozent bezuschusst.

Bürgermeister Peter Eidam nahm einen weiteren Förderbescheid in Empfang: Mit Mitteln aus der Dorferneuerung sollen in Roth Stell- und Parkplätze für die Autos von Kanufahrern angelegt werden. Denn unweit des Rother Bürgerhauses liegt die nördlichste Einstiegstelle für den Kanutourismus auf der Lahn. „Die Parkplatzproblematik war schon lange ein Thema“, so der Bürgermeister. Häufig hätten Autos falsch geparkt und es sei auch zu Behinderungen gekommen. Mit den neu zu schaffenden Parkplätzen am Bürgerhaus „gehört das nun endlich der Vergangenheit an“, freute sich Eidam. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 37321 Euro, davon sind rund 31362 Euro förderfähig. Bei einer Förderquote von 70 Prozent erhält die Gemeinde Weimar 21953 Euro.

Für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Nahwärmeversorgung im Ortsteil Wollmar erhält die Gemeinde Münchhausen einen Zuschuss in Höhe von 4425 Euro. Mit dieser Studie sollen Bedarf und Wirtschaftlichkeit beleuchtet werden, um eine Entscheidungsgrundlage für die mögliche Umsetzung eines Nahwärmenetzes zu erhalten. „Da wird noch mehr kommen“, versprach Bürgermeister Peter Funk. Für das Projekt sind Gesamtkosten in Höhe von 7021 Euro veranschlagt, wovon 5900 Euro förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 75 Prozent.

Große Freude herrschte auch bei Gladenbachs Bürgermeister Klaus Dieter Knierim: Für den Ausbau des Dachgeschosses der Scheune am Regionalmuseum in Gladenbach wird ein Zuschuss in Höhe von rund 100000 Euro gewährt. Denn dort sollen die Werke der Karl-Lenz-Stiftung unterkommen. Knierim betonte, dass der Entschluss zum Auszug aus dem Künstlerhaus Lenz in Weidenhausen nicht leicht gefallen sei. „Aber es gab immer wieder Probleme mit der Gastronomie. Und was soll ein Künstlerhaus bringen, wenn es nicht geöffnet ist?“, resümierte er. Das Vorhaben wurde in enger Abstimmung zwischen dem Heimatverein Weidenhausen, der Karl-Lenz-Stiftung und der Stadt Gladenbach entwickelt. Das Gesamtprojekt ist mit 158676 Euro veranschlagt, wovon 133341 Euro förderfähig sind.

Dickster Scheck geht nach Steffenberg

Den höchsten Förderbescheid nahm Steffenbergs Bürgermeister Peter Pfingst mit: Seine Gemeinde erhält für den Um- und Ausbau des Kindergartens mit Einrichtung von zwei Gruppen zur Betreuung von unter Dreijährigen in Niedereisenhausen einen Zuschuss in Höhe von 150000 Euro. Durch den Umbau werden statt der festen Gruppenräume Funktionsräume geschaffen, die jeweils ein bestimmtes inhaltliches Angebot ermöglichen. Zusätzlich erfolgt eine energetische Sanierung des Gebäudes. Die Gesamtkosten sind mit 445449 Euro veranschlagt. Die förderfähigen Kosten belaufen sich auf 259122 Euro. Die Förderquote beträgt 65 Prozent.

Für ein Wandermonitoring in den Regionen Burgwald-Ederbergland und Lahn-Dill-Bergland erhält die Tour GmbH einen Zuschuss in Höhe von rund 6300 Euro. Die Regionen haben jeweils ein Premium-Wanderwegesystem entwickelt und ausgebaut. Nun soll mithilfe von automatischen Zählgeräten erfasst werden, wie viele Wanderer unterwegs sind. Zudem sollen die Wanderer befragt werden - dazu werden an bestimmten Stationen Wanderbücher ausgelegt, in die die Wanderer ihre Heimatorte und ihre Bewertung der Wanderregion eintragen können. Ziele dieses Monitorings sind Qualitätssicherung und -steigerung sowie die Optimierung der Marketingstrategie. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 10500 Euro, die vollständig förderfähig sind. Die Förderquote beträgt 60 Prozent.

von Andreas Schmidt

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